Heute ist in sofern ein besonderer Tag, weil wir heute das letzte Mal auf dieser Reise Motorrad fahren, um zu fahren und um wo zu sein. Ab irgendwann heute Nachmittag werden wir Motorrad fahren, um irgendwo hin zu kommen – bis wir am Montag wieder zu Hause ankommen.
Um acht Uhr dreißig verlassen wir erstmal wieder England, denn mit Wales sind wir noch nicht ganz fertig.
Unser erstes Ziel ist Welshpool. Dort wollen wir ein paar Dinge erledigen. Zunächst geht’s ums Frühstück. Stefan hat heute morgen schon Café gefunden, das günstig mitten im Zentrum liegt. Das Kaufen eines Parkscheins macht uns Schwierigkeiten sodass uns ein Passant anspricht und hilft. Und er empfiehlt uns ein anderes Lokal ganz in der Nähe. Der Tipp war gut und eine dreiviertel Stunde später versuchen wir gestärkt die zweite Sache anzugehen: Souvenirs. Leider haben wir da gar kein Glück. Was zu kriegen ist, taugt entweder nicht viel, oder es entspricht nicht unseren Vorstellungen. Also Nummer drei: Getränke. Auch das müssen wir unverrichtet lassen. Die Supermärkte verkaufen 2 L Wasserflaschen nicht einzeln. Auch nachdem ich den Angestellten erklärt habe, das auf Motorrädern kein Platz für einen Sixpack dieser Güte ist, darf ich kein Gebinde lösen.
Also ruft wieder die Straße. Wir wollen nach Süden, aber es soll ja auch nochmal was Besonderes für die Bikerseele sein. Und die nächsten Kilometer bzw Meilen halten, was ich mir beim Planen davon versprochen habe. Es wechseln sich kurvenreiche, gut fahrbare Landstraßen mit engen, anspruchsvolle Einspurstraßen ab.

Das beginnt kurz hinter Newtown und geht bis kurz vor Abergavenny. Ein Straßenstück ist dabei, auf dem wir eine halbe Stunde lang eine zügige Kurve nach der anderen haben. Das macht soviel Spaß, dass man das Fotografieren ganz vergisst.
Einmal kommen wir allerdings auf einer dieser schmalen Straßen an eine Stelle, die links und rechts keine Hecke hat. Und da wir können weit ins Land sehen.

Um ein Uhr wollen wir es noch einmal mit unseren Aufgaben versuchen. Auf dem Parkplatz eines Supermärkten erkennen wir ein Nummernschild aus Birkenfeld und die zugehörige vierköpfige Familie hat uns auch schon entdeckt. Bei der 10 minütigen Unterhaltung sind auch die beiden aufgeweckt Buben beteiligt.
Danach werden Getränke und Tanken abgehakt. Und nach einer kleinen Stadtrundfahrt findet Stefan auch seine Wales-Souveniers. Das ist auch höchste Zeit, denn Abergavenny ist eine der letzten größeren walisischen Städte, durch die wir kommen. Bald danach kommt Newport, wo wir auf die M4 fahren. Mit dem Überqueren des Bristolkanals verlassen wir Wales endgültig und es beginnt das Fahren des Zieles wegen und nicht des Weges, wie ich es anfänglich beschrieben habe.
Der Bristolkanal ist der Mündungtrichter des Seven, Großbritanniens längster und größter Fluss (350 km). Die M4 führt über die „Prince of Wales Bridge“, die 1996 nach dem heutigen König benannt worden ist. Hier habe ich ans Fotografieren gedacht, konnte aber nicht. Die restlichen Kilometer für heute erledigen wir mit Autobahn und Schnellstraße.
Um vier Uhr kommen wir am Besucherzentrum von Stonehenge an. Da wir morgen nicht in den Giftshop können, ergänzen wir unsere Souvenirs heute schon.
Unser Hotel ist ca. 5 km von Stonehenge entfernt in Amesbury. Dort dürfen wir die Motorräder sogar überdacht und in einem geschlossenen Hof abstellen. Das gibt Pluspunkte bei der Beurteilung.

Abendessen ist heute italienisch und sehr gut. An dieser Stelle geht ein Gruß von Stefan und mir an unseren Freund und Schwager Helmut in Florida, der heute 70 wird.

Morgen kommt etwas besonderes, das früh anfängt. Also verkneifen wir uns das Viertelfinale England vs. Norwegen. Wir sind auch ziemlich müde, denn die Temperaturen waren heute selten unter 30 °C. Weil wir kaum Staus hatten, machte es uns der Fahrtwind erträglich.
Gesamtzeit: 08:25:17
