Irgendwie fängt der Tag heute wieder ganz gechilled an. Stefan und ich haben jeden Morgen so Unsers. Da wir noch Reste haben wird irgendwann gefrühstückt und aufgeräumt. Heute ist Stefan mal wieder früher als ich fertig und wartet auf mich. Um viertel vor neun fragt er mich, wann ich fertig bin – die nächste Fähre nach Nordirland (da müssen wir als erstes hin) geht um 9 Uhr.
Der Ableger ist zwar quasi direkt vor der Unterkunft, aber ich bin gerade erst mit dem Abziehen des Bettes fertig und das Moped ist auch noch abgedeckt. Da muss dann eben ein Alarmstart her. Stefan fährt schon mal vor, um den Fährmann am Ablegen zu hindern und ich beeilen mich halt.
Nicht umsonst: zwei Minuten vor neun rollen ich auf die Fähre. Zehn Minuten später sind wir dann schon fast drüben.

Jetzt geht’s ostwärts, immer auf der „Causeway Coastal Route“ entlang der Küste der irischen See folgend.

Wie man sieht, ist es stark bewölkt.
Kurz vor Bushmills halten wir am Dunluce Castle, einer der größten Ruinen einer mittelalterlichen Burg in Irland.

Als nächstes wollen wir uns den „Giant’s Causeway“ ansehen. Er liegt ein paar Kilometer weiter auf der anderen Seite von Bushmills. Diese Attraktion ist touristisch gut erschlossen mit Besucherzentrum und allem Pipapo. Die Parkwächterin will uns nur auf den Parkplatz lassen, wenn wir Karten für das Zentrum kaufen. Wenn wir nur den Causeway selbst sehen wollen, empfiehlt sie uns einen anderen Parkplatz. Von da seien es nur wenige Minuten zum Pendelbus. Als wir an dem Parkplatz ankommen, wollen die 15 £ für jedes Fahrzeug – das ist uns zu teuer. Und zu allem Überfluss fängt es jetzt auch noch zu nieseln an.
Der „Giant’s Causeway“ ist eine 5 km lange Steinformation aus ca. 40.000 Basaltsäulen, die unterschiedlich weit aus dem Boden ragen und 60 Millionen Jahre alt sind. Im Internet kann man sich Bilder ansehen und eine unterhaltsame Legende zur Entstehung lesen.
Wir wenden uns nun nach Süden und steuern die „Dark Hedges“ an.

Diese Allee mit bizarren Bäumen war Drehort für einen „Game of Thrones“ – Film. Sie ist ca. 1 km lang und für den Motorverkehr gesperrt. Während Stefan verzweifelt versucht, ein Foto ohne Touristen zu machen, spricht mich ein Paar aus London an, die aber in Malaysia gebürtig sind. Sie fragen sich und uns, warum hier so viele Touristen sind und Stefan klärt sie auf. Die beiden kannten GoT wirklich nicht.
Kaum sind die beiden weg, erkundigt sich ein anderes Pärchen aus Gießen nach unserer Reise mit den Motorrädern. In Irland sind Sie mit einem Leihwagen unterwegs, aber Sie reisen auch oft mit dem Motorrad.
Und weiter nach Osten bis Torr Head, dem Punkt der irischen Insel, der die kürzeste Entfernung zu Schottland hat. Manche sagen, es sei der nordöstlichste Punkt der Insel.

Nun geht es eine Zeit lang knapp 100 m über dem Meer entlang der Küste. Das Meer ist nicht zu sehen, denn dichter Nebel liegt unterhalb.

Dann noch über einen Hügel und schon geht’s wieder hinunter.

Bei einem kleinen Abstecher ins Hinterland kommt diese Aufnahme zustande. Das Wetter wird jetzt zunehmend besser und wir können nach und nach Kleidung ablegen oder mit Hilfe der diversen Reißverschlüsse öffnen.

Aber Meer ist heute schöner und es folgen fast 40 km Küstenstraße.

Etwa 15 km vor Belfast hat Stefan mal wieder ein Seafoodlokal ausfindig gemacht. Stefan isst, wie meist, Fish and Chips, ich nutze lieber die Gelegenheit für Shrimps.

Der Weg durch, und die Stadt Belfast selbst bleiben für uns unspektakulär bis auf den Stau auf der Stadtautobahn vielleicht.
Uns zieht es eher auf die Halbinsel Ards, die südöstlich von Belfast liegt und zwei interessante Punkte für uns bereit hält: den östlichsten Punkt der Insel Irland und unser Nachtquartier.

Hier am „Burr Point“ haben sie sich richtig Mühe gegeben, die besondere geografische Lage zu würdigen.
Von hier aus sind es nur noch eins, zwei Kilometer zur Unterkunft.

Sie liegt über die Straße zum Meer.

Das ist der Ausblick aus dem Wohnzimmerfenster am Abend.
Gesamtzeit: 08:07:23

Durchweg spannende Berichte. Man bekommt einen wirklich guten Eindruck.
Weiterhin frohe und glückliche Fahrt.