Irland 2026 – 10.07.26 – Dublin bis Llanymynech 242 km

Unsere Abschiedsfeier gestern Abend war richtig schön und angemessen.

Heute morgen allerdings geht es früh los. Für die Fähre nach Holyhead um 7.30 Uhr sollen wir eine Stunde vorher da sein. Die Fahrt zum Hafen dauert ca. 35 min.

Um 5 Uhr geht der Wecker, um 6 starten wir die Motoren.

Die Fahrt ist um diese Zeit relativ entspannt. Erst 2 km vor dem Ziel verdichtet sich der Verkehr und wir sind pünktlich um 6.30 Uhr in der Schlange.

Die Passkontrolle ist schnell erledigt und wir können an allen Autos vorbei fahren und werden als erstes geboardet.

Ebenso pünktlich legt die Fähre ab und wir sagen

Auf Wiedersehen Irland!

An Board ist es ziemlich langweilig. Und weil es kein kostenfreies Internet gibt, ist man gut beraten, wenn man sich die Zeitung herunter geladen hat bevor man die hohe See erreicht.

Wir gehen dann erstmal frühstücken. Das Schlangestehen übernimmt Stefan und ich halte uns einen Tisch frei. Bis wir fertig sind, sind schon die ersten 75 Minuten vorbei. An Schlaf ist kaum zu denken, den viel zu viele Eltern lassen ihre Kinder durch den Ruhebereich toben, obwohl es einen großen Spielbereich gibt. Ich liebe Kinder und besonders natürlich meine Enkel. Aber im Moment wäre mir etwas Ruhe schon lieber. Erst anderthalb Stunden vor dem Anlegen erfolgt eine Durchsage, die die Eltern entsprechend unterweist.

Um 10 Uhr ist schon das erste Stück Wales zu sehen.

Pünktlich legt die Fähre an und wir haben unsere Motorräder schnell losgebunden und sind startbereit.

Trotzdem dauert es noch 20 Minuten bis wir von Bord können.

Die Navis sind auf Meilen umgestellt und ohne weitere Passkontrolle können wir den Hafen verlassen. Wir halten uns, jetzt wieder unter meiner Führung, Richtung Osten.

Erstes touristisches Ziel heute ist Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch. Am besten ist, man versucht erst gar nicht diesen Ortsnamen auszusprechen. Es ist der offiziell längste Ortsname Europas und erzählt eigentlich fast eine ganze Geschichte. Wer es wissen will, kann das Foto vergrößern und die Übersetzung auf Englisch lesen. Noch mehr gibt’s im Internet.

Wir wollen gerade wieder los, da hält ein VW-Bus neben uns der linksgesteuert ist. Der Fahrer fordert mich auf, sein Nummernschild zu lesen: auch MTK – er ist aus Liederbach. Da wir kein Verkehrshinderniss sein wollen, war’s das auch schon mit der Unterhaltung.

Nach wenigen Meter auf der Landstraße gibt’s Stau; also ist wieder schlängeln angesagt. Das geht ungefähr anderthalb Kilometer bis zur Autobahn so. Und da liegt der Hase im Pfeffer: die ist dicht und alle wollen trotzdem auf die A55.

Wir nicht mehr. Der Parallelweg führt uns mitten durch Bangor, aber das ist besser, als bei 30 °C im Stau zu stehen. Hinter Bangor können wir auch wieder auf die Autobahn, die nunmehr mäßig viel Verkehr hat. Sie führt uns entlang der Küste zur Creuddyn Peninsula. Ich hätte schöne Bilder machen können, aber auf der Autobahn anhalten, um zu fotografieren, das bring ich nicht. Insbesondere den plötzlich auftretenden Seenebel hätte ich gerne gezeigt, aber den kann man auch auf den zwei nächsten Fotos sehen, die vom Gipfel des 200 m hohen Great Orme aufgenommen sind.

Er bleibt offensichtlich auf See und trübt nur die ersten 100 mit der Küste ein.

Diese kleine viktorianischen Bahn ist eine Standseilbahn, die bis auf den Gipfel geht.

Schon beim Hochfahren hatte ich diese Eisdiele in der Stadt gesehen und jetzt halten wir und essen eins.

Ein Ehepaar aus dem Raum Hanover spricht uns an, und während wir Eis essen plaudern wir ein wenig.

Nun denn, es soll endlich nach Snowdonia gehen. Der Nationalpark war nach seinem höchsten Berg Snowdon (1085 m) benannt. 2022 wurde beschlossen ihn in „Eryri-Nationalpark“ umzubenennen. Eryri ist das walisische Wort für Adler.

Schnell wird der Verkehr geringer und das Wetter noch wärmer. Eine halbe Stunde später sind wir im Vorgebirge und sehen die Berge am Horizont.

Die geplante Route führt immer nach Süden und öfters sind auch sehr schmale Nebenstraßen, teilweise mit Gras in der Mitte, dabei. Fotografieren ist nun nicht mehr so wichtig – das Fahren macht jetzt Spaß.

Um halb vier sind wir mitten drin und ich mache eine Ausnahme. Das Motiv ist einfach zu schön. Ich hoffe nur, dass das auf den Fotos sichtbar wird.

Dies ist nach hinten fotografiert …

… und dies nach vorne.

Wir wenden uns nach Osten und in Bela halten wir um etwas zu trinken und eine Unterkunft für die Nacht zu suchen. Mittlerweile ist es schon vier Uhr und bei 33 °C tut ein Bier gut, alkoholfrei natürlich. Während ich AirBNB durchsuche, fängt Stefan ein Gespräch mit zwei Bikern aus Michigan USA an. Der eine hat eine App erfunden, die zum großen Bereich Social Media gehört. Er dreht mit dem Handy sogar einen kleinen Werbefilm mit Stefan. Nachdem er sich verabschiedet hat, hilft mir Stefan und diesmal wird er fündig.

Wir beschließen, noch die nächste Sehenswürdigkeit mitzunehmen und dann auf dem schnellsten Weg in die Unterkunft zu fahren.

Die Horseshoe Falls sind eigentlich nur ein paar Stromschnellen des River Dee bei Llangollen, aber trotzdem sehenswert. Unsere Motorräder fallen ein paar jungen Männer auf und schnell sind wir wieder in ein Gespräch verwickelt.

Da wir noch abendessen müssen, halte ich nochmal an diesem kleinen Imbiss und wir haben beide Shrimps und Chips.

Um viertel nach sieben geht ein langer, heißer Tag zu Ende und wir lassen uns im Pub nebenan einen Cider beim WM-Viertelfinale Spanien vs. Belgien schmecken.

Unsere Unterkunft ist übrigens schon wieder auf der Grenze zu England.

Gesamtstrecke: 350.16 km
Gesamtzeit: 13:05:10
Download file: 260710_Dublin_Llanymynech_Track.gpx

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