Irland 2026 – 09.07.26 – Wicklow Mountains 277 km

So, ich glaube dieses Bild bin ich noch schuldig. Das ist unsere Unterkunft seit gestern Abend.

Heute wollen wir eine Rundtour durch die Wicklow Mountains machen. Gegen viertel vor neun geht’s los. Die Temperatur ist trotz des warmen Tages gestern übernacht wieder auf 16 °C gefallen.

Die Wicklow Mountains sind ein Gebirge das südlich von Dublin und nördlich von Rosslare liegt. Unsere Tour heute schließt also sozusagen den Kreis rund um Irland. Zunächst wenden wir uns demzufolge nach Süden und schon gewinnen wir stetig an Höhe. Zwischen 400 und 500 m bekommen wir ziemlich abrupt relativ dichten Nebel, beziehungsweise wir sind in den Wolken.

Aber das bleibt nicht so; es klart immer mehr auf. Die Straßen sind kurvig und die Besiedlung dünn. Nur ab und zu steht ein einsames Haus am Straßenrand.

Die Natur sieht nicht sehr kultiviert sondern eher naturbelassen aus. Die gelegentlichen Schafe auf der Straße dürfen natürlich nicht fehlen.

Bäche, manchmal sogar etwas Wildwasser und kleine Wasserfälle sind auch zu finden.

Und dann gibt es hier etwas, das uns bisher in Irland eigentlich gänzlich gefehlt hat: Wälder. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich im Westen Irlands einmal mehr als 15 Bäume zusammen habe stehen sehen.

Gegen halb elf finden wir in Laragh eine Kombination aus Lebensmittelladen und Café. Wir setzen uns davor, haben Frühstück und einen herrlichen Ausblick:

findet ihr nicht auch?

Dieser Ort hier scheint ein beliebter Platz für Motorradfahrer zu sein. Während wir hier sitzen kommen mindestens 12 bis 15 davon vorbei; 5 machen sogar Halt und holen sich einen Kaffee oder Tee. Einer davon hat Schwierigkeiten beim Absteigen. Als er den Helm abnimmt weiß ich auch warum: der ist mindestens 80 Jahre alt, wenn nicht älter.

Noch älter ist der „Knickeen Ogham Stone, dessen genaues Alter man allerdings gar nicht kennt. Ogham ist ein keltisches Baumalphabet, das wohl im 4. bis 7. Jahrhundert verwendet wurde.

Der Stein ist über mannshoch und besteht aus Granit.

Nördlich ist das Pollaphuca Reservoir, das sowohl als Wasserspeicher als auch der Erzeugung von Elektrizität dient. Die Uferlinie, die ca. 44 km lang ist, müssen wir beim Umrunden nicht komplett abfahren, da Teile des Sees mit Brücken abgeschnitten werden können.

An der Wicklow Mountains Viewing Platform auf knapp 500 m Höhe kann man sehr schön die Vegetation des Gebirges erkennen. Die wenigen Wälder, die es noch oder auch wieder gibt, wurden nach früheren Abholzungen durch Heidepflanzen ersetzt.

Auf dem Bild ist zu sehen, dass die Erika gerade angefangen haben, zu blühen – in vier Wochen ist hier alles lila, wie wir das in Schottland kennengelernt haben.

Auf der Plattform treffe ich einen Belgier und wir quatschen ein wenig (ich liebe das).

Wir sind nun fast wieder in Laragh (Frühstück) und erreichen Glendalough. Diese Klostersiedlung aus dem 6. Jahrhundert wurde von St. Kevin gegründet. Bemerkenswert ist, dass der 33 m hohe Rundturm noch seine kegelförmige Spitze hat.

Wir fahren nun zur Küste, um uns den östlichsten Punkt der Republik Irland anzuschauen und werden enttäuscht. Wicklow Head hat zwar ein Old Lighthouse, aber als wir hinfahren wollen stehen wir plötzlich vor einem verschlossenen Tor und kommen nicht weiter.

Was soll’s – ich fotografiere noch schnell mein Navi mit der Positionsanzeige; der Rest ist nicht einmal ein Foto wert.

Wenigstens einen schönen Berg finde ich auf dem Weg nach Dublin zurück noch.

Den zweiten Abend in Dublin verbringen wir mit Motorrad. Stefan möchte noch ein paar Souvenirs kaufen und zu Abend essen müssen wir ja auch noch.

Wir stürzen uns also in den Feierabend-Verkehr und kommen erstaunlich gut voran. Der Laden ist in der Dame Street unweit der City Hall. Vor der City Hall ist ein breiter Bürgersteig mit einem Fahrradständer. Da stellen wir unsere Bikes unter den Augen einer Gruppe von Polizisten, die da rumstehen, dazu.

Der Einkauf ist erfolgreich und da wir wieder im Temple Bar Viertel sind, sagen wir uns: was gestern gut war ist es heute auch noch. Das Porterhouse stellt uns wieder voll zufrieden. Anschließend geht’s mit dem Moped zur Eisdiele und auch der heutige Abend wird mit einem Eis würdig abgeschlossen.

Das ist unser letzter Abend in Irland. Es ist ein schönes, raues, begeisterndes, grünes, sanftes, abwechslungsreiches, steiniges, feuchtes, grasbedecktes und meerumflossenes Land, das tiefe Eindrücke hinterlassen und Emotionen geweckt hat. Danke Irland, danke ihr Iren!

Danke auch dir Stefan, der du alle Routen und Einzelziele ausbaldovert hast und hier in Irland fast immer vorneweg gefahren bist. Ich musste nur folgen, staunen und genießen.

Wenn wir morgen wieder in Wales sind, übernehme ich wieder für die letzten vier Tage unserer Reise.

Gesamtstrecke: 281.85 km
Gesamtzeit: 10:30:55
Download file: 260709_Irland26_Wicklow_Mountains_Track.gpx

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