Gibraltar 2025 (12) 03.05.25 – 224 km bis Porto (Metropolregion Porto) P

Die Wohnung bei José war wirklich klasse. Gut erholt und ausgeschlafen brechen wir um halb neun auf. Das Wetter soll bis Mittag weitgehend trocken bleiben – Regenzeug bleibt also im Koffer. Zunächst geht es wieder den Berg 260 Höhenmeter runter ins Tal. Nach 15 km biegen wir rechts auf die N222 ab. Diese Straße ist international berühmt für seine Schönheit und bei Motorradfahrern für die vielen schönen Kurven.

Sie verbindet Porto im Westen über 220 km mit Almendra im Osten von Portugal. Wir fahren natürlich umgekehrt von Ost nach West. Schon kurz nach dem Einbiegen schraubt sich die Straße wieder auf über 500 Höhenmeter.

kurvig geht’s den Berg hinauf

Leider fängt dann 5 km nach diesem Foto der Regen an – also doch Regenklamotten. Kurz danach hört es wieder auf – wie man es macht, macht man es verkehrt.

In São João Da Pesqueira halten wir an einem unscheinbaren Café und nehmen ein leichtes Frühstück. Der Wetterbericht sagt nach wie vor: trocken bis Mittag und der Himmel ist zwar bewölkt, sieht aber nicht so übel aus. Wir wagen es: Regenzeug wieder aus. Dabei entdecke ich, dass meine Sommerhandschuhe noch nass sind, weil ich sie gestern abend im Koffer vergessen hatte. Mist!

Bei der Weiterfahrt hält sich das Wetter und selten kommt auch mal die Sonne raus. Dann nähert sich die N222 dem Douro-Tal.

der Rio Douro

Die Straße führt kurvenreich wieder hinab und bleibt für die nächsten 10 km eng entlang des Flusses. Dass hier nicht die Oliven-Haine dominieren sondern die Weinberge muss einen nicht wundern: entlang des Rio Douro wachsen die Trauben aus denen der berühmte Portwein gemacht wird. Der Fuss ist breit, fließt gemächlich und es sieht fast ein bisschen so aus, wie im Rheingau. Nur die Weinberge unterscheiden sich doch bei genauerem Hinsehen. Die Rebstöcke stehen in Reihen auf angelegten Terrassen quer zum Hang. Da die Terrassen Stützmauern aus Natustein haben, fragt man sich schon, wie lange es wohl gedauert haben wird, diese 100erte Kilometer Mauern zu errichten.

Auf dem Fluss fahren sogar Hotelschiffe und bei Bagauste können wir beobachten, wie ein solches Schiff in eine Schleusenkammer einfährt, die gefühlt vielleicht 1 m breiter ist als das Schiff. Während wir das beobachten, hänge ich meine feuchten Sommerhandschuhe hinten ans Gepäck. Soll doch der Fahrtwind das Trocknen etwas beschleunigen.

Das Schiff passt da wirklich rein
Rolltor zu und dann Ventile auf

Mittlerweile ist die Sonne richtig rauskommen und die Straße steigt steil an, um dann entlang des Berges zwischen 100 und 300 m über dem Flussniveau durch die Weinberge und Ortschaften zu verlaufen. Dabei entfernen wir uns zwar etwas, aber der Fuß bleibt im tiefen Tal doch immer wieder sichtbar. Zahlreiche kleinere oder größere Nebenflüsse lassen den Rio Douro mächtig anschwellen.

Dann verdunkelt sich der Himmel wieder und wir bekommen ein paar Tropfen ab. Es ist schon nach Mittag und es war ja Regen angesagt. Also sind wir vernünftig und rüsten auf. Wenn wir jetzt ungeschützt in Regen kommen, wird es schwierig, heute abend die Sachen im Hotelzimmer zu trocknen.

Um vier kommen wir am Hotel an und finden einen Parkplatz davor. Nach den üblichen Verrichtungen erkunden wir die Stadt. Hier gibt es einen Bahnhof, in dem Szenen der portugiesischen Geschichte auf riesigen Kachelbildern dargestellt sind. Ich mache ein paar Fotos, aber beim Betrachten weiß ich schon, dass sie nicht für den Blog taugen.

Kathedrale von Porto

Besser sieht es da mit der Kathedrale aus. Allerdings wollen die hier Eintritt – das geht bei mir gar nicht.

Porto, Stadt auf Hügeln

Porto ist auf Hügeln erbaut. Außerdem hat der Rio Douro ein tiefes Tal geschnitten. Es kann häufig passieren, dass man plötzlich vor einer Mauer steht und dahinter geht die Stadt 30 m tiefer weiter. Man muss dann durch ein paar enge Gässchen einen größeren Umweg gehen, um unterhalb der Mauer den Weg fortsetzen zu können.

Bier für Stefan, Portwein für mich – sehr lecker

Wir überlegen, wie die Reise nun weitergehen soll. Fix ist die Alhambra am 11.05. Um da kein Risiko einzugehen, werden wir mal auf exzessives Kurvenfahren verzichten und planen für morgen eine schnelle Route nach Lissabon. Da wir die Stadt besichtigen wollen, buchen wir dort eine Unterkunft für zwei Nächte. Trotzdem wird morgen ein langer Tag.

Wir machen noch schnell ein Foto von der berühmten Brücke und gehen dann in einem kleinen Restaurant in der Nähe Abendessen.

Brücke auf zwei Ebenen

Stefan hat da mal wieder einen tollen Riecher: wir werden sehr freundlich bedient und sehr gut bekocht. Zum Nachtisch gibt sogar noch ein nettes Gespräch mit einem texanischen Ehepaar, das am Nebentisch gleichzeitig mit uns gegessen hat.

Gesamtstrecke: 225.75 km
Gesamtzeit: 06:12:51
Download file: 250503_G_Track.gpx

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