DMS Ost 9/24 (7) 340 km über Berlin nach Cottbus

Gestern hatten wir ein sehr glückliches Händchen mit der Auswahl des Quartiers. Die Abgelegenheit des Ortes Oberuckersee einerseits und die Unterbringung in einem Extra-Gebäude, einer ausgebauten Scheune andererseits, sind genau das Richtige, wenn man nach einem interessanten und ereignisreichen Tag ausruhen will. Sieht das nicht richtig gemütlich aus?

Innen ist eine komplette Wohnung mit 3 Zimmern, Küche und modernem Bad. Wir haben uns richtig wohl gefühlt.

Auch heute geht es wieder gegen 9 Uhr los:

BERLIN, BERLIN – wir fahren nach Berlin!

Diesen Abstecher von der DMS machen wir auf meinen speziellen Wunsch hin. Da wir noch nicht wissen, wie lange wir dafür brauchen, entschließen wir uns, auf einen Teil der DMS, die weiter östlich verläuft, zu verzichten und auf relativ direkten Weg nach Berlin zu fahren. Aber selbst als wir für die erste Hälfte des Weges die Autobahn vermeiden und „kurvenreich“ auswählen, bietet uns das Navi nur ziemlich gerade Straßen an. Aber die Landschaft ist schön und auf der Suche nach einer Frühstücks-Gelegenheit gleiten wir über die Straßen der Uckermark und Schorfheide nach Süden Richtung Berlin. Etwas in meinen Gedanken verhaftet, nehme ich plötzlich ein Rütteln im Motorrad wahr. Zunächst denke ich, das wir wieder über eine Pflasterstraße fahren. Aber nein, es ist eine Asphaltstraße aber genauso uneben wie Kopfsteinpflaster. Dabei sind es nicht einmal Schlaglöcher, die gar nicht oder nachlässig repariert worden wären. Die Straße ist wirklich so uneben asphaltiert, dass die Stoßdämpfer wirklich arbeiten müssen, und das über mehrere Kilometer.

In Groß Schönebeck finden wir endlich einen Frühstücksplatz. Stefan nimmt, wie meistens, belegte Brötchen. Ich gönne mir diesmal ein Stückchen gedeckten Apfelkuchen, und weil das so klein war, noch ein gleichkleines Stück Eierschecke, einer DDR-Spezialität.

Die letzten Kilometer setzen wir uns auf die Autobahn und kommen schließlich über Prenzlauer Berg von Nordosten nach Berlin. Seit dem Frühstückshalt hat sich die morgendliche Bewölkung verzogen und Berlin begrüßt uns in doppelter Hinsicht sehr freundlich: wettermäßig sonnig und wirtschaftlich mit einem sensationellen Spritpreis an einer Tankstelle auf der Prenzlauer Promenade. 1,599 € habe ich schon ewig nicht mehr für einen Liter Super E5 bezahlt.

Die Straße ändert mehrfach ihre Namen, bis sie nach Querung der Museumsinsel „Unter den Linden“ heißt. Wir fahren vorbei am Berliner Dom und dem Humboldt Forum zunächst auf das Reiterstandbild Friedrichs des Großen und dann auf das Brandenburger Tor zu, der Quadriga entgegen. Dann müssen wir in die Wilhelmstraße abbiegen um entlang des Platzes der Republik schließlich bis zur Heinrich-von-Gagern-Straße zu fahren. Dort halten wir kurz auf dem Radweg vor dem Bauzaun.

Das Bild wollte ich unbedingt machen (allerdings lieber ohne Bauzaun).

Schnell wird noch das nächste Ziel einprogrammiert: das BMW-Motorradwerk in Spandau. Ich will doch unseren Bikes noch mal zeigen, wo sie herkommen. Der Weg führt über die Spree, am Hauptbahnhof vorbei und dann immer westwärts bis zur Siemensstadt. Etwas dahinter und kurz vor der Zitadelle kommen wir um 12 Uhr bei BMW an. Leider gibt es heute keine Plätze mehr bei einer Werksführung, aber seit meinem letzten Besuch vor etlichen Jahren, haben sei eine Ausstellung „BMW Motorrad Welt“ gebaut. Hier halten wir uns ein gute Stunde auf, bestaunen die ausgestellten Modelle und haben ein ausführliches Benzingespräch mit zwei Guides die gerade Zeit, und offensichtlich auch Lust darauf haben.

Dies ist eine Original-Requisite aus dem neusten Mad Max Film.

Die neue R 1300 GS mit automatischer Schaltung (ohne Kupplung)

Und hier die neue R 1300 GS Adventure; sie ist bis zum heutigen Tag nur hier zu sehen.

Um kurz nach 1 brechen wir wieder auf mit dem Ziel Fürstenwalde, um zur DMS zurück zu kehren. Bis Charlottenburg fahren wir die gleiche Strecke zurück. Dann aber führt uns das Navi durchs Hansaviertel auf die Siegessäule zu, von deren Spitze uns die Gold-Else zulächelt. Wir biegen ab auf die „Straße des 17. Juni“ und wieder aufs Brandenburger Tor zu. Vorbei an der amerikanischen Botschaft, dem Holocaust Mahnmal und der russischen Botschaft geht es bis zur Friedrichstraße, der wir das kurze Stück bis Unter den Linden folgen. Ein zweites Mal begrüßt uns das Pferd von Friedrich dem Großen, dieses Mal mit seinem Hinterteil. Über Friedrichshain und Friedrichsfelde führt unser Weg nach Osten, möglichst schnell aus Berlin. Möglichst schnell heißt in diesem Fall fast eine 3/4 Stunde bis zur Stadtgrenze. Dann wird das Navi wieder auf kurvenreich umgestellt. Aber in dieser Gegend ist mit Kurven nicht viel zu wollen.

Dafür ist die Landschaft schön. Wir kommen durch den ausgedehnten Spreewald, der aber seine legendären Wasserstraßen durch seinen dichten Baubestand vor unseren Augen verbirgt. Kurz hinter Fürstenwalde in Rauen halten wir für eine kleine Eis-Pause und die Buchung unseres Nachtquartiers in Spremberg, etwa 15 km südlich von Cottbus. Die Einliegerwohnung in einem Einfamilienhaus ist mit 2 Schlafzimmern sehr gepflegt und bequem.

Gesamtstrecke: 343.24 km
Gesamtzeit: 10:47:41
Download file: Track-240917.gpx

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