Schottland 2023 – Tag 14 – von Portree nach Fort William (28.08.)

Ein morgendlicher Blick aus dem Fenster gibt Hoffnung. Zwar ist die Wolkendecke geschlossen, aber sie hängt hoch. Das Frühstück ist genau so üppig, wie am Vortag; da werden wir wohl was mitnehmen müssen. Beim Stauen muss ich feststellen, dass die Mechanik meines kleinen Tankrucksackes schwergängig ist und nicht richtig hält. Liebenswürdigerweise bekomme ich auf Nachfrage von unserer Wirtin genau das ideale: ein Ölspray.

Irgendwie waren wir schneller fertig, denn um 10 vor 9 rollen wir vom geschotterten Hof. Und siehe da, wir haben eine Sonne, die durch ein kleines Wolkenloch ein paar Strahlen auf uns herab schickt.

Schon nach wenigen Metern begegnen wir einem Kälbchen, das wohl zu verdutzt ist um auf den vorbeifahrenden Stefan zu reagieren. Als ich dann aber auch noch komme, ergreift es panisch die Flucht, während seine Mutter ein paar Meter weiter uns nur gelangweilt nachschaut. Die Sonne gibt sich zwar alle Mühe, durch die Wolken zu scheinen, aber die nehmen immer mehr zu und auf halben Weg zur Skye-Bridge fängt es dann doch an, zu regnen – nicht sehr stark, aber die Tropfen auf, und das Beschlagen im Visier wäre verzichtbar. Die A87 führt uns von Skye runter und unsere Richtung ist Inverness. Doch zuvor wartet noch Eilean Donan Castle auf uns. Es steht auf einer kleinen Insel wo Loch Long, Loch Alsh und Loch Duich zusammentreffen.

Wie die meisten Castles, hat auch Eilean Donan Castle eine wechselvolle Geschichte. Es wurde schließlich Anfang des 18. Jahrhunderts erobert und durch Sprengung zerstört. Bemerkenswert ist, dass es in seiner heutigen Form erst Anfang des 20. Jahrhunderts durch Lt. Col. John MacRae-Gilstrap weitgehend nach historischem Vorbild wieder aufgebaut wurde. Es ist heute ein Museum und allemal einen Besuch wert. Bekannt ist es auch als Kulisse der Filme Highländer, Braveheart, Rob Roy, Mio, mein Mio und den James-Bond-Film Die Welt ist nicht genug.

Die A87 und die A887 bringen uns zum Loch Ness, dessen Nordwestufer wir bis kurz vor Inverness folgen.

Beim Blick auf das Wasser sehe ich, glaube ich Nessy – für einen kleinen Augenblick, glaube ich. Was wir aber wirklich sehen ist, dass überall Kameras auf Stativen auf den See gerichtet sind. Wie auch in der Presse zu lesen ist, wird in diesen Tagen wieder einmal mit großem Aufwand Jagt auf das Ungeheuer von Loch Ness gemacht, was bei 36 km Länge ein in mehrfacher Hinsicht optimistisches Unterfangen ist.

Inverness selbst interessiert uns nicht so, aber nachdem wir am Grab von Flora MacDonald waren, hätte ich mir schon gerne ihre Statue vor Inverness Castle angeschaut. Das ich alles, was ich zu sehen bekomme:

Das gesamte Gelände ist abgesperrt und näher kommt man nicht heran. Gerne hätte ich Stefan den Blick von oben auf die Stadt gezeigt – aber, Pech gehabt.

In Inverness am Beauly Firth beginnt der Caledonian Canal, der Schottlands Ost- und Westküste verbindet. Er verläuft teils künstlich angelegt, teils aber auch durch die Lochs (z.B. Loch Ness und andere) bis Fort William am Loch Linnhe. Wir fahren auf der Südostseite des Loch Ness wieder nach Südwesten, verlassen aber bald die Uferstraße, um einer sehr schönen STR zu folgen.

Von solchen erhöhten Standorten hat man einen viel besseren Blick auf den See.

Am Südwestende des Loch Ness ist Fort Augustus. Im weiteren Verlauf des Caledonian Canal muss dieser immer wieder auf Schwenkbrücken überquert werden. Wenn Schiffe oder größere Boote durch wollen, stockt der Verkehr. Aber es gibt auch richtig schöne Haltepunkte.

Kurz vor Fort William sind dann nochmal acht Schleusenkammern dicht hintereinander, genannt Neptune’s Staircase. In 90 Minuten kann ein Schiff hier 20 m Höhenunterschied überwinden.

Zu einem guten Abendessen sind wir dann in der City von Fort William in „The Tavern“ eingekehrt, mal ein Lokal, das seinen Namen richtig verdient hat – sehr gemütlich.

301 Kilometer sind heute zusammen gekommen.

Gesamtstrecke: 304.34 km
Gesamtzeit: 09:44:12
Download file: 230828_Portree_FortWilliam.gpx

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