Das Frühstück ist eine Überraschung. Auf einem Tablet sind folgende Dinge aufgehäuft: Teller, Müsli-Schalen, Besteck, Cornflakes, Käse, Haferkekse, Joghurt, Milch, warme Croissants, Butter, Konfitüre, O-Saft, Schoko-Muffins und Obst, jedes in doppelter Ausführung. Wasserkocher und Kaffeepulver sind sowieso auf dem Zimmer. Da bleibt ja noch was für das Abendessen.
Heute nehmen wir uns Zeit für Skye. Um 9.15 Uhr geht’s los. Unsere Unterkunft liegt etwa 8 km nordöstlich von Portree. Von da aus fahren wir auf der A855 Richtung Norden. Nach etwa 10 km wird sie zu Küstenstraße und ungefähr da ist auch eines der bekanntesten Fotomotive von Skye:

„The Old Man of Storr“ Die Felsnadel steht vor dem Felsmassiv „The Storr“ und ist 48 m hoch. An der Straße ist ein heute vollbesetzter Parkplatz und mit den Autos am Straßenrand sind es bestimmt über 100. Wir fahren weiter nach Norden und kommen zu den Lealt Falls.

Wieder ein paar Kilometer weiter erreichen wir den „Kilt Rock & Mealt Falls“, ein Wasserfall, an den ich mich noch gut von vor 4 Jahren erinnere.

Aus einem kleinen See, unweit der Steilküste, stürzt das Wasser 55 m direkt ins Meer. Auf der anderen Seite des Aussichtspunktes habe ich damals ein Foto mit meiner Frau gemacht. Die ist heute nicht hier; also muss Stefan herhalten, auch um die vielen anderen Leute zu verdecken.

Hier noch ein paar schöne Bilder von der Nordspitze der Insel:



Ein Stück weiter ist das „Skye Museum of Island Life“

Und gleich daneben steht das heute wohl meistfotografierte Rindvieh Schottlands.

Auf dem nahegelegenen Friedhof ist Flora MacDonald begraben, eine schottische Volksheldin. Sie hat durch eine List und mit viel Mut Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie) das Leben gerettet, nachdem er 1746 in der Schlacht von Culloden unterlegen war. Ein Denkmal von ihr steht vor dem Inverness Castle.
Als wir aufbrechen, beginnt es zu regnen. Es ist meist gar nicht viel, aber feiner Drissel wechselt sich mit winzigen Tröpfchen ab, die sich sofort auf allen festen Gegenständen niederschlagen. Wir queren die Nordspitze wieder nach Osten und kommen noch an einem anderen berühmten Fotomotiv von Skye vorbei,

dem Quiraing Viewpoint, der unter anderem auch Kulisse für die Highlander-Verfilmung war.
Da die Luftfeuchtigkeit vorausgesagt und auch tatsächlich zunimmt, legen wir auf dem Weg nach Süden eine Pause in Portree ein.

Auf der Suche nach einem Skye-Aufnäher verschlägt es uns ins „Isle of Skye Visitor Center“. Hier bekommen wir zwar leider auch keinen Aufnäher, dafür aber eine sehr gute Suppe (Süßkartoffel mit Cocos und Chili). Wir quatschen noch ein wenig, Stefan trinkt noch einen Kaffee, und dann brechen wir wieder auf. Stefan hat Interesse an der Talisker Whiskey Disillery. Sie liegt wieder ein ganzes Stück südwestlich von Portree und ist über eine STR zu erreichen, die nicht leicht zu fahren ist. Es wächst zwar kein Gras aus der Mitte, aber der Asphat ist alt, hat große Schlaglöcher, und das Bankette und die Ausweichen sind ausgefahren.

Der hier produzierte Whiskey kann seinen Weg in alle Welt unmöglich über diese Straße antreten. Wahrscheinlich wird er im Hafen von Carbost auf Schiffe verladen. Der Versuch, zum Strand des kleinen Örtchens Talisker zu kommen, scheitert kläglich nach 6 km an einem Privatstraßenschild. Also, nichts wie heim. Als wir in der Unterkunft angekommen ist nun doch wieder alles ziemlich klamm – macht nichts – es gibt eine gute Heizung und die Reste vom Frühstück schmecken auch abends.
Das waren heute nur 187 leicht feuchte, aber trotzdem wunderschöne Kilometer.
Gesamtzeit: 07:12:40
