Unsere Unterkunft ist sauber und ordentlich, nichts dagegen zu sagen, aber wenn das Frühstück aus zwei Portionen Instant-Porridge besteht, dann ist dieser Preis nicht mehr gerechtfertigt. Hier werden wir nicht mehr schlafen.
Allerdings ist man morgens schneller fertig und sitzt schon um 8.15 Uhr auf dem Bike und fährt los. Es hat 12 °C und der Regenradar sagt: trocken bis 11 Uhr. Der Himmel sieht andererseits stellenweise eher bedrohlich aus. Ausgangs der Stadt weist ein computergesteuertes Display darauf hin, dass es in Mallaig an der Tankstelle kein Sprit gibt. Also wird noch getankt – das müsste für heute reichen. Auf der A830 geht’s dann wieder vorbei an Neptune’s Staircase Richtung Westen, und wir kommen an diesen Ort:

Wer kennt ihn (zur Not Foto etwas größer ziehen)? Ein häufig besuchter Platz, weil diese Brücke durch einen besonderen Zug bekannt ist. Der Ort in der Nähe heißt Glenfinnan.

Am Bahnhof findet man diese beiden ausrangierten Waggons, ein Schlafwagen und ein Speisewagen, der ein kleines Café beherbergt. Ich fotografiere eigentlich sonst kein Essen, aber heute mach ich eine Ausnahme.

Seit heute wissen wir auch, was eine Brackfast Roll ist. Diese sind mit Bacon und Eggs, wie uns die Bedienung mit leicht sachsen-anhaltinischen Akzent erklärt. Sie ist vor über 20 Jahren nach Glenfinnan gekommen und freut sich sichtlich, mal wieder deutsch reden zu können. Beim Verlassen von Glenfinnan fängt es an zu Tropfen. Das ist eigentlich noch zu früh, den Regen war erst ab 11 Uhr angekündigt. Was nun beginnt passt zu dem Sprichwort: Gefällt dir das Wetter in Schottland nicht, warte 10 Minuten. Es waren zwar nicht immer 10 Minuten, aber in der Folge wechselten Sonne, Wind und Regen in fast allen Variationen und Stärken ab. Deshalb haben wir dann auch recht bald auf schweren Regenschutz aufgerüstet. Auf dem Weg nach Mallaig kommen wir auch an den „Silver Sands of Mallaig“ vorbei, auch wieder häufige Filmkulisse und bei Sonnenschein caribikähnlich.

Mallaig selbst ist ein kleines Städtchen mit zur Zeit einer großen Baustelle, aber der Weg dahin war sehenswert. Planmäßig drehen wir um und fahren wieder südlich bis zum Loch Ailort und dann westwärts zum Loch Sunard. Nahe dem Ort Kilchoan nehmen wir zunächst die B8007 nach Ardnamurchan, wo der westlichste Punkt des britischen Festlandes ist. Außerdem ist hier ein schöner Leuchtturm.

Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und wir buchen eine Leuchtturm-Führung. Der Führer wartet oben und gibt uns ein anschauliches Beispiel, wie man in schottische Dialekt so viel technisches und historisches Wissen durch Schnellsprechen in 30 Minuten packen kann. Ich verstehe maximal 10 % davon, z.B. dass der Leuchtturm früher mit Öl befeuert wurde und dass das ganz schön gestunken haben muss. Heute wird mit LED geleuchtet. Bei ständig besser werdendem Wetter ist die Aussicht berauschend.

Da wir bis zur Fähre nach Mull noch Zeit haben, fahren wir noch nach Sanna an einen wunderschönen, naturbelassenen Sandstrand.

Zurück in Kilchoan fährt uns die Fähre nach Mull vor der Nase weg. Aber das macht nichts, denn das Wetter ist schön und in einem nahegelegenen Café und am Anleger lassen sich die 75 Minuten bis zur nächsten kurzweilig vertreiben. Nach einer kleinen Zwischenmalzeit überprüfen wir zum Beispiel den Reifendruck mit Hilfe meines Reisekompressors. Um 16.45 Uhr sind wir dann mit dabei.

Der Hafen auf Mull ist gleichzeitig die größte Stadt und Hauptstadt der Insel, nämlich Tobermory – alles so schön bunt hier!

Unterkunft beziehen, aufbrezeln und ein kleiner Stadtrundgang mit Abendessen runden den Tag ab.
201 km sind mehr auf dem Tacho.
Gesamtzeit: 09:14:12
