Heute Nacht haben wir beide richtig gut geschlafen. In der Nacht hatte es geregnet, aber die Mopeds packen wir ja jeden Abend unter eine Plane, damit sie bis morgens trocken bleiben (wie wir). Um 8.10 Uhr fuhren wir los: nach Osten Richtung Montrose. Eine nette Kaffee-Bar sah einladend aus und wir haben gefrühstückt. Stefan nahm Toast und Marmalade mit Kaffee und ich ein Cinnamon Bun und O-Saft. Dann noch Tanken und dann weiter nach Norden.
Wir wollten endlich wieder Meer sehen. Schon nach ein paar Kilometern in St. Cyrus ging der Wunsch in Erfüllung.

Das Wetter war zwar sehr diesig, aber von einem erhöhten Standort aus konnten wir eine Tolle Aussicht genießen.
Weiter nördlich, etwas südlich von Stonehaven erreichten wir Dunnottar Castle.

Die Ruine aus dem 14. bis 16. Jahrhundert hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Unter anderem war sie Versteck für die schottischen Kronjuwelen als Oliver Cromwell sie suchte.
Nun ging es wieder in das Landesinnere. Als wir auf der Suche nach unserem nächsten Ziel, Crathes Castle anhielten, um uns zu orientieren, hielt ein ortskundiges Ehepaar an und sprach uns in gebrochenen, aber einigermaßen guten Deutsch an. Sie erklärten uns den Weg und nach einem kurzen Plausch fuhren vier gutgelaunte Leute wieder ihres Weges. Was ein bisschen Anteilnahme und Freundlichkeit alles bewirken kann!

Das Castle ist noch gut erhalten und im Besitz des National Trust of Scotland. Die müssen Geld haben, denn als wir die etwa 1 km lange Zufahrt befuhren, konnten wir umfassende landschaftsgestalterische Arbeiten an einem größeren Bachlauf beobachten. Sehenswert ist der besonders schöne Garten.
Auf dem Weg nach Nordwesten hatten wir dann aber mit zwei weiteren Castles Pech. Die erste wird bis Mitte 2024 restauriert und das andere war Privateigentum und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Trotzdem hatten wir viel Freude, weil die Landschaft so faszinierend ist. Je weiter man nach Norden kommt, desto dünner wird die Besiedelung. Getreidefelder, Weiden und Brachland wechseln sich ab und liegen, gelegentlich unterbrochen von kleinen Wäldchen wie eine Patchworkdecke auf dem sanft gewellten Land.

Auf der Fahrt überwindet man aber durchaus Höhenunterschiede von 100 – 200 Metern. Zwei Pflanzen fallen dabei besonders auf: das Heidekraut, das zur Zeit in seinem typischen Lila erblüht, und eine zweite Pflanze, die ich aber nicht bestimmen kann. Sie wächst fast überall, auch großflächig auf Brachland. Vielleich kann mir ja einer oder eine aus der geneigten Leserschaft helfen. Hier ein Foto:

Am frühen Nachmittag erreichen wir Dufftown, die heimliche Hauptstadt der Whisky Destillerien. Allein hier existieren 7 davon und bemühen sich das beste „Wasser des Lebens“ (Bedeutung des Wortes Whisky) herzustellen. Wir entschließen uns zu einem verspäteten Mittag- oder vorgezogenen Abendessen in diesem einladenden Cafe,

In Elgin, schon fast wieder an der Nordsee, schauen wir uns die Ruine der Elgin Cathedral an und fragen uns, warum es hier im United Kingdom so viele Kirchen-Ruinen gibt – viel mehr, als bei uns. Sie werden gepflegt und die Leute kommen und besichtigen, was noch zu besichtigen ist.

In Forres, unserer letzten Station für heute waren wir bei „Sueno´s Stone“ einer 7 m hohen Steinstele aus der Zeit der Pikten mit Darstellungen einer ihrer Schlachten, die sie offensichtlich gewonnen haben.

Unser heutiges Quartier ist ein kleines Hotel mit B&B im beschaulichen Grantown-on-Spey. Heute waren es nur 256 km, aber viel gesehen und gelernt. (Ignoriert einfach, was unter dem Diagramm steht.)
Gesamtzeit: 09:04:45

Hallöchen, bei dem hübschen Pflänzchen könnte es sich um ein Epilobium angustifolium handeln, auch als schmalblättriges Weidenröschen bekannt.
Ganz liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt. Gruß Claudi & Uwe