Zunächst eine kleine Korrektur: im Beitrag zum Tag 1 steht unter dem Track-Diagramm eine Gesamtstrecke von 307.56 km. Das stimmt natürlich nicht. Es waren laut Tacho, wie berichtet 818 km. Keine Ahnung, wie der Fehler entstanden ist. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich im Eurotunnel das Navi von km auf Meilen umgestellt habe.
Heute morgen haben wir im Hotel Royal von Alex (Concierge, Koch und Ansprechpartner für alles) ein gutes schottisches Frühstück zubereitet bekommen: Toast, Rührei, Speck, Würstchen, Tomate und Haggis (gefüllter Schafsmagen).
So gestärkt fuhren wir um 9 Uhr los und kauften Flüssigkeiten ein: für uns etwas zu Trinken für unterwegs und für die Motorräder je eine Tankfüllung Sprit – auch für unterwegs.
Zunächst führte unsere Tour nach Nenthorn, das nur wenige km von Jedburgh entfernt liegt und die Heimat einiger Vorfahren von Stefan sein soll. Ein sehr kleiner Ort, nicht uncharmant aber leider war der alte Friedhof, wo man vielleicht Hinweise gefunden hätte, nicht begehbar. Ein Versuch war es wert.
Dann ging es weiter nach Melrose, wo man eine ähnliche Abbey-Ruine besichtigen kann, wie in Jedburgh. Da sie von außen nicht interssanter aussah, als die Vorgenannte, sparten wir uns da Geld und die Zeit und fuhren weiter. Wir folgten dem Lauf des River Tweed Richtung Westen bis Peebles, bogen nach Norden auf die A703 ab und kamen schließlich nach Roslin zur Rosslyn-Chapel.

Diese gotische Kapelle ist aus zwei Gründen eine Attraktion: 1. ist sie sehr schön mit ihren außergewöhnlichen Steinmetzarbeiten an Fassade und Säulen, und 2. war sie Kulisse in einigen der letzten Szenen der Verfilmung von Dan Browns Roman „Sakrileg“. Es war auch ziemlich viel los; trotzdem nahmen wir uns die Zeit für eine ausführliche Besichtigung und Führung.
Von da aus war es nicht weit zu den 3 Brücken über den „Firth of Forth“.

Firth ist das englische Wort für Fjord oder Förde und Forth ist der Fluß, der durch diese Förde in die Nordsee mündet. An der Uferpromenade unter der roten Eisenbahnbrücke gibt es einen Biker-Andenkenladen mit einem deutschsprechenden, kuriosen, tätowierten Besitzer, der sehr gesprächig ist und jeden Schottlandbereisenden Biker vor den Stechmücken in dieser Jahreszeit warnt.
Nach Querung des Firth über die Weiße Schrägseilbrücke folgten wir der Küste bis Anstruth.

Dieses malerische Küstenörtchen ist Sitz der Anstruther Fish Bar, Home of the best Fish & Chips in ganz Schottland – ein Muß für jeden Schottlandreisenden. Also stellten wir uns eine halbe Stunde in die Schlange, um einen Sitzplatz und ein spätes Mittagessen zu bekommen. Aber auch das hat sich gelohnt – delicious.

Der Weg nach Dundee führte uns zunächst durch St. Andrews und dem berühmten Golfplatz vorbei und dann über den Firth of Tay. Ein Versuch ein B&B für die Nacht in Dundee zu bekommen schlug zunächst fehl. Schließlich bekamen wir aber eins im 23 Meilen nördlich von Dundee gelegenen Brechin. Nach einer etwas komplizierten Suche nach der Adresse (die Angabe war für uns Nichtschotten einfach missverständlich) gelangten wir in den Genuss, zweier Schlafzimmer für diese Nacht.
Heute waren es 307 km.
Gesamtzeit: 10:57:41
Leider stimmt auch hier die Angabe der Gesamtstrecke nicht.

Schön zu lesen. Und ich habe gute und viele Einblicke in Eure abenteuerliche Reise durch Schottland bekommen.Danke.