Gibraltar 2025 (18) 09.05.25 – 281 km nach Vilanueva de la Concepción (Andalusien) E

Heute haben wir den großen Vorteil, in unmittelbarer Umgebung mehrere Frühstückslokale zu haben. Auch die Kirche ist am Platz und steht offen.

Ein kurzes Gebet für Pabst Leo XIV, dann wird gefrühstückt.

Kirche von La Linea

Erst um 10.00 Uhr verlassen wir La Linea de la Concepción. Die Landschaft bleibt zunächst flach, jedenfalls was die Straßenführung angeht. Wir kommen durch eine bekannte Stadt, die aber kaum wiederzuerkennen ist (???)

Heute sind wir weit gereist

Im Hintergrund sieht man Jimena de la Frontera. Ab hier geht es zügig nach oben.

Sierra de Grazalema

Die Straßen werden kurvenreich und wir genießen tolle Aussichten in der Sierra de Grazalema, einem Nationalparkgebiet mit Pässen bis auf 1000 m.

Landschaft pur

Die Landschaft wird bestimmt durch grüne Hügel mit felsigen Bergen und ab und zu einem Bergdorf, das wirkt, als wäre es mal einfach so auf eine Kuppe oder in einen grünen Hang geklebt worden.

Atajate

Dann geht es wieder etwas herunter und 50 km nördlich der Costa del Sol kommen wir durch Ronda, eine stark maurisch geprägte Stadt. In ihr wurden im 18. und 19. Jahrhundert die modernen Regeln des Stierkampfes entwickelt. Die Liste berühmter Besucher liest sich wie das „who is who“ der Kunst und Kultur und einige davon wurden durch die Stadt inspiriert: Ernest Hamingway, Orson Welles, Ava Gardener, Rainer Maria Rilke und Madonna, um nur einige zu nennen.

Die Stadt wimmelt nur so von Touristen, und obwohl wir nicht bereuen hinein gefahren zu sein, sind wir doch froh, als sie dann hinter uns liegt – sie hat uns bestimmt 20 Minuten aufgehalten.

Auch mit Ziegen ist hier immer zu rechnen …

Hinter Ronda beginnt die Sierra de las Nieves, das Schneegebirge. Mit Bergen bis fast 2000 m Höhe lieferte es früher Schnee für die Eiskeller der Region, daher der Name.

… und manchmal schmeckt das Gras auf der anderen Seite besser

Heute kann man sich als Motorradfahrer einfach nur verlieben. Stefan fragt mich, was soll uns die berühmte Sierra Nevada noch bieten, nachdem wir hier gefahren sind. Gerade Straßenstücke, die länger als 100 Meter sind, gibt es nur ganz selten.

Diesen Anblick muss Stefan oft ertragen

Um etwa 15.00 Uhr, wir fahren nördlich Richtung Antequera, fühlt sich mein Moped plötzlich komisch an, wie als würde ich auf Eiern fahren. Das Warnsystem von BMW hat zwar nichts gemeldet, aber ich suche im Menü trotzdem mal die Reifendruck-Anzeigen: vorne 2,6 bar und hinten 0,6 bar; das ist viel zu wenig. Ich sage Stefan über die Gegensprechanlage Bescheid und wir fahren langsam zu nächsten Tankstelle. Dabei behalte ich den Druck im Auge und Gott sei Dank sinkt er nicht weiter. An der Tankstelle läßt eine Besichtigung ein kleines Loch erkennen. Was ist nun zu tun? Stefan findet heraus, dass die nächste BMW-Werkstatt in Malaga, 50 km südlich ist. Sie schließt erst um 19.00 Uhr, das können wir schaffen – wenn der Reifen hält. An der Tankstelle bekommen wir Luft und pumpen ihn auf 2.4 bar auf. Wenn wir auf dem Weg Luft verlieren, kann ich mit dem 12 V Kompressor, den ich dabei habe, wieder auffüllen. Schön gemütlich rollen wir gen Süden. Der Druck nimmt pro 5 km um 0,1 bar ab, aber bei Ankunft in Malaga sind noch 1,5 bar übrig. Für Rennen reicht das nicht, aber die Werkstatt erreichen sicher. Reifen machen die allerdings nicht, empfehlen uns aber eine Werkstatt 5 Blocks weiter. Die dort noch anstehendene Siesta bis 16 Uhr überbrücken wir mit einem vorgezogenen Abendessen (warmes Sandwich mit Serrano-Schinken und Manchego-Käse).

Nach der Siesta gibt es folgende Alternativen: den genauen Reifen (Continental Road Attack 4 GT) haben sie nicht, aber dir Normalversion (ohne GT), vielleicht läßt sich der Reifen auch reparieren und sicher weiterfahren, aber dazu muss er demontiert werden. Und schließlich gibt es in Granada einen Händler der den Reifen hat, aber morgen (Samstag) geschlossen hat. Die Fahrzeit wären anderthalb Stunden; das könnte gerade so reichen. Ich entscheide mich für die erste Version.

in der Werkstatt in Malaga

Der Reifen wird demontiert und es stellt sich heraus, er ist nicht zu retten. Ein neuer wird innerhalb einer Stunde geliefert und um 18 Uhr können wir weiterfahren. Mit 210 €, alles inklusive, war das nicht zu teuer und die Reise kann weitergehen. Zur Feier des Tages gibt es in Malaga noch einen kleinen Abendessen-Nachtisch. Noch ca. 1 Stunde Fahrt bis zu unserer kurzfristig gebuchten Unterkunft, bringt uns zusätzlich Freude

Staumauer und …

… Stausee der Rio Capanillas

Die Straße von Malaga nach Norden ist berauschend schön, hat im Abendlicht besondere Akzente und dient durch seine Kurvigkeit dem Einfahren meines neuen Hinterreifens.

Am Abend gibt es gutes Licht für geschwungene Straßen

Um 10 vor 8 sind wir in der Unterkunft und sicher, dass wir morgen rechtzeitig in Granada sein werden. Der Abend ist entspannt – der morgige Tag wird es auch.

Alles ist gut!

Gesamtstrecke: 282.21 km
Gesamtzeit: 09:53:58
Download file: 250509-_G_Track.gpx

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert