Gibraltar 2025 (19) 10.05.25 – 161 km bis Granada (Andalusien) E

Der gestrige Tag hat unsere Pläne nun doch etwas durcheinander gebracht. Aber das Schöne an dieser Art zu reisen ist, dass man mit ein wenig Flexibilität die meisten Probleme in den Griff bekommen kann. Durch Abschneiden eines eigentlich geplanten Bogens, können wir heute rechtzeitig in Granada sein.

Da wir gar nicht mehr so weit von der Stadt weg sind, können wir uns Zeit lassen und starten wieder erst gegen 10 Uhr. Von immerhin 600 m Höhe geht es zunächst über einen fast 1000 m hohen Pass und schon nach 25 Minuten erreichen wir Antequera. Stefan hat für unsere neue Route eine Sehenswürdigkeit recherchiert – in diesen Dingen ist er ganz großartig. Es handelt sich um die Dolmen de Menga, die zu den bedeutendsten Megalithbauten Europas zählen.

Peña de los Enamotados

Das Galeriegrab aus der Jungsteinzeit ist seit 2016 auf der Liste des Weltkulturerbe der UNESCO.

Ausrichtung auf den Berg

Bemerkenswert ist die offensichtliche Ausrichtung auf den Peña de los Enamotados, den Felsen der Liebenden, der wie ein liegendes Gesicht aussieht.

Dolmen de Menga

Die Anlage besteht aus 31 Steinblöcken mit einem Gesamtgewicht von 1600 t. Im hinteren Teil gibt es einen 20 m tiefen Brunnenschacht. Der Verwendungszweck als Grabstätte ist deshalb nicht unumstritten. Bei der Anlage gibt es ein aufwendig gestaltetes Informationszentrum.

Wir halten uns hier ca. 40 Minuten auf, Antequera tut es doppelt so lang, da wir uns bei der Durchfahrt mehrfach verfransen. Aber das macht nichts – man lernt dabei etwas über andalusische Kleinstädte.

Eine kleine Ehrerunde über das nahe dem Felsen der Liebenden liegende Autobahnkreuz bringt uns nordöstlich in das kleine Dorf Cartaojal. In einem kleinen Café serviert man uns unter den Blicken einiger verwunderter Dorfbewohner zwei hervorragende belegte warme Brötchen, wie wir sie schon in Malaga genossen hatten. Frischgepresster Orangensaft tun ein übriges, um uns in der Mittagssonne richtig wohl zu fühlen.

Wir sind jetzt und fast bis nach Granada im Olivenland. Man kann sich das wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat: Oliven, Oliven, Oliven. Wohin die Sinne reichen, überall Oliven

Olivenbäume, Olivenhaine, Olivenplantagen, bergauf, bergab, bis zum Horizont und zurück: nur Oliven. Zwischendurch Olivenhöfe und Oliven-verarbeitende Betriebe, die den Geruch von Olivenpresskuchen verbreiten.

Oliven bis zum Horizont

Mir ist jetzt klar, dass Spanien Europas größter Olivenöl-Produzent sein muss.

Embalse de Iznájar

Die Städte, durch die wir kommen sind typisch andalusisch: weißgekalkte Häuser mit roten Dächern und manchmal Palmen am Straßenrand.

Loja

Nach anderthalb Stunden Olivenlandschaft, entschließen wir uns, dann doch das Kapitel Oliven, zumindest für heute, abzuschließen, und nehmen für die restlichen 40 Kilometer die A92 nach Granada.

Schon von Ferne sieht man die große Stadt am Fuße der Sierra Nevada in der Landschaft liegen. Die schneebedeckten Berge dahinter kommen einem bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen von über 25 °C etwas unwirklich und gleichsam faszinierend vor. Leider kann ich nicht anhalten, um das zu fotografieren.

Durch die gute Beschreibung unseres heutigen Hosts, finden wir auf Anhieb die Unterkunft, die 100 m über der Stadt (im wahrsten Sinne des Wortes) etwas versteckt hinter einer Kirche am Ende einer Sackgasse liegt.

Der Eingang ist ein unscheinbares Metalltor

Drei Schlüssel aus der Schlüsselbox sind nötig, um durch zwei Zwischenhöfe zum Haus zu gelangen.

Durchgang zum Haus

Alles ist sehr sauber und ordentlich.

Eingang zur Wohnung

Als wir auf den winzigen Balkon heraus treten, zeigt sich uns die ganze Pracht Granadas.

Ausblick über dem Patio auf Granada

Die Ausstattung zeugt von viel Liebe zum Detail.

Patio ohne Ausblick (von oben)

Auf drei Etagen verteilt finden wir kleine aber sehr gemütliche Zimmer zum Wohnen und zum Schlafen.

Unterkunft bei Lola in Granada

Da ich schon ziemlich müde bin, obwohl es erst viertel vor 3 ist mache ich genau das, während Stefan sich einen Friseur sucht. Das hatte er sich fest vorgenommen: einen Haarschnitt in Granada.

Ausblick auf Teile der Alhambra

Später am Abend haben wir in einem nahegelegenen Restaurant hier oben ein tolles Abendessen mit Iberischen Fleisch-Spezialitäten und einer Flasche Weißwein aus der Gegend.

und so sieht das dann am Abend aus.

Gesamtstrecke: 163.27 km
Gesamtzeit: 04:48:54
Download file: 250410_G_Track.gpx

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