Schottland 2023 – Tag 12 – von Applecross nach Uigshader bei Portree auf Skye (26.08.)

So einfach das Zimmer bei dem alten Herrn auch ist, ich habe wunderbar geschlafen und Stefan auch. Der Blick auf das Wetterradar stimmt uns hingegen wieder bedenklich. Zwei Regentage hintereinander hätte es nun nicht gebraucht. Vielleicht kann man das mit einem guten Frühstück im Bauch ja besser ertragen. Und das gab es für uns und drei Wanderer: Tee, Kaffee, Toast, Marmelade, Spiegelei, gebackene Tomate, gedünstet Pilze, Bacon, Cerealien und vieles anderes mehr (alles von Clive gemacht).

Dann alles gepackt und angezogen; mit den Regenklamotten dauert das alles viel länger. Um viertel nach neun rollen wir durch die Schranke des Campingplatzes und setzen die Fahrt auf der Applecross-Straße fort. Das hat übrigens nichts mit Äpfeln zu tun, sondern stammt vom gälischen Wort für Rückzugsort ab. Während sie bisher eine Küstenstraße war, wird sie jetzt eine richtige Passstraße, die sich bis auf 626 m hochschraubt. Abgesehen von der Gesamthöhe kann sie sich in Sachen Steilheit, Anspruch Serpentinen und Kurven durchaus mit den Alpenpässen messen.

Überhaupt erinnern manche Fahrten hier in Schottland an die Alpen. Nur das alles viel niedriger ist: die Baumgrenze, die Höhe, wo es keine Sträucher mehr gibt, ja sogar das Heidekraut hört ab einer bestimmten Höhe auf zu gedeihen. Nur eine Vegetationsgrenze gibt es nicht.

Die Applecross-Straße endet in Kishorn. Dann umrunden wir Loch Carron und weiter bis Kyle. Es regnet immer noch und leider ist mein Overall an einer wichtigen Stelle undicht und ich sitze eher feucht. In Kyle ist dann die Brücke zur Insel Skye.

Seit etwa 8 Meilen haben wir angefangen, nach einer Unterkunft für die nächsten zwei Tage zu suchen und setzen dies auf Skye noch eine Weile fort. Aber es scheint wie verhext: bei den B&Bs gibt es „no vacancy“ und die Hotels sind alle ausgebucht. Wir machen uns langsam Sorgen, insbesondere Weile uns jeder hier in Großbritannien gewarnt hatte: Skye ist im August total überlaufen. Die wenigen Zimmer, die es noch gibt kosten mehr als 450 € für Stefan und mich. Also beschließen wir einfach ins Innere der Insel zu fahren und auf Angebote am Straßenrand zu achten. Kurz vor Portree klappern wir mal wieder ein paar B&Bs ab, als uns einer der Vermieter zwar auch kein Zimmer geben kann, aber unsere Suche auf einer speziellen Facebook-Seite posten. Mit solchen Seiten sind B&B-Vermieter untereinander vernetzt. Und siehe da: gerade hat eine Kollegin eine Absage erhalten und bietet genau das richtige für uns an. Stefan telefoniert kurz mit ihr und schon sind wir auf dem Weg. Die Unterkunft liegt ziemlich außerhalb auf der anderen Seite von Portree.

Aber sie ist schön, verfügbar und nicht teuer. Sofort hebt sich unsere Stimmung. Da es erst 14.00 Uhr ist, können wir noch mal los. Es geht zunächst nach Norden und dann westwärts nach Dunvegan Castle. Eine schlechte und eine gute Nachricht: die schlechte: vom Parkplatz zum Castle ist es viel zu weit zum Gehen; die gute: es hat endlich aufgehört zu regnen. Also raus aus den Regenklamotten und Planänderung. Zunächst in Dunvegan einen Kaffee und dann zum Neist Point. Die Straße dahin ist erst zweispurig und wird dann zur STR. Hier steht auf einer Halbinsel ein Leuchtturm und wenn das Licht stimmt, lassen sich schöne Fotos machen.

Überhaupt ist die Küste hier atemberaubend.

Auf dem Rückweg kommen wir noch an der Sligachan-Brücke vorbei.

Ich erinnere den Platz noch von vor 4 Jahren. Daneben gibt es eine Brauerei und ein Restaurant. Da essen wir zu Abend.

Und wieder 274 km

Gesamtstrecke: 277.19 km
Gesamtzeit: 09:54:12
Download file: 230826_Applecross_Uigshader_Portree.gpx

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