Schottland 2023 – Tag 11 – von Rosehall nach Applecross (25.08.)

Bevor ich heute mit dem Tourbericht beginne, muss ich einmal etwas ausführlicher auf unsere Gastgeber eingehen. Wir waren seit 22.08. bei Robert und Jaqueline genannt Jacky in Rosehall. Und es war wirklich klasse! Die beiden lesen einem wirklich jeden Wunsch von den Augen ab. Jacky hat uns sogar zweimal in ein nahegelegenes Restaurant gefahren.

2019 haben sie das Häuschen im Wald gekauft und aufwendig renoviert, um es kurz nach der Eröffnung der zwei B&B-Zimmer, wegen Corona wieder schließen zu müssen. Seit zwei Jahren läuft es jetzt einigermaßen. Wir wünschen den beiden Lieben alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!

Reisen im Regen; wenn Engel reisen, weint der Himmel; es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur falsche Kleidung; wenn dir in Schottland das Wetter nicht gefällt, warte 10 Minuten … Das alles geht mir durch den Kopf, wenn ich heute morgen aufs Regenradar schaue. Nur helfen wird es nichts. Aber egal, Motorradfahren ist kein Schönwettersport. Lasst uns einfach mal sehen, wie Schottland bei Regen ausschaut.

Zum Frühstück haben wir uns nochmal den geräucherter Lachs ausgesucht – Lecker! Das Gepäck ist verstaut und wir machen noch schnell das Foto von Rob und Jacky und sie eines mit uns (für ihre Internetseite). Dann schicken wir uns an, innerhalb von 24 Stunden den zweiten Wasserfall zu besichtigen (als ob wir heute nicht genug Aussichten auf Wasser hätten). Es ist Shin Falls, etwas südlich von Lairg, und angeblich springen da ständig die Lachse.

Das ist das, was ich und Stefan sehen. Hatte ich schon erwähnt, dass es die ganze Zeit regnet? In Lairg wird getankt und dann fahren wir bestimmt 25 km entlang des Loch Shin nach Nordwesten. Dann folgen Loch a Ghriama, Loch Merkland,

Loch More, Loch Stack und schließlich Loch Laxford, wobei letzteres kein See sondern eine Meeresbucht ist. Dann weiter zur Scourie Bay.

Dann nähern wir uns der Ruine von Ardvreck Castle.

Über diesen Ort gibt es gar finstere und gruselige Geschichten zu lesen, von Schloßherren, Jungfrauen, dem Teufel und anderen Schauerlichkeiten.

Nebendran steht das Calda House – auch ruiniert. Weiter südwestlich in Ullapool brauchen wir dringend Stärkung, Trost und Wärme. Erstes und letztes finden wir im Golfclub von Ullapool. Hier wird auch bei Regen Golf gespielt und im Clubhaus sind auch Nichtmitglieder willkommen

Die Fotos heute stammen übrigens meistens von Stefan. Mein Handy und meine Hände sind wegen des Regens derart gut und wasserdicht verpackt, dass es zu lange dauern würde, jedesmal für ein einzelnes Bild. Wir sind mittlerweile schon eine Zeitlang wieder auf einer zweispurigen Straße, was das Fahren bei dem Dauerregen etwas entspannter werden läßt. Für gegen 15.00 Uhr war eine Regenpause angesagt. Das gibt Gelegenheit, das Visier etwas zu öffnen, damit die Tropfen, die innen daran kleben, verdunsten können. Die Regenpause kam und dauerte 10 Minuten. (wenn dir das Wetter nicht gefällt …)

Allerdings hässlich ist Schottland bei Regen nun auch wieder nicht. In Kinlochewe biegen wir dann von der A832 nach rechts Richtung Applecross ab. Diese A896 ist eine Küstenstraße mit Passstraßenqualitäten. Sie folgt der felsigen Küstenlinie des Loch Torridon und des Inner Sund als STR. Man bewegt sich immer zwischen 20 und 100 Meter über dem Meer und man ist von den abwechslungsreichen Steigungen und Kurven angenehm gefordert. Ohne Regen wäre es schöner, aber das Leben ist eben kein Pony-Schlecken. Um ca halb fünf sind wir in Applecross, einem Ort bestehend aus ca 12 Häusern, einem Campingplatz, einer Kneipe und einer Tankstelle, die der Kommune gehört. Also vollgetankt und dann das dringendsten Problem angegangen: Unterkunft suchen. Das wollten wir eigentlich in der Kneipe im Sitzen machen, aber alles belegt oder reserviert. Und Zimmer ist auch keines mehr frei. Aber zwei Frauen vom Personal machen mehrere Anrufe und es klappt. Der Besitzer des Campingplatzes hat noch ein B&B in seinem Haus. Hört sich vielleicht nach Landlord an, aber weit gefehlt. Clive ist 84 und wohnt am Ende des Platzes in einem Haus alleine. Letztes Jahr ist seine Frau verstorben und er freut sich sichtlich uns eine sehr einfache Schlafkammer anbieten zu können. Dafür ist das Bad sehr behaglich. Man merkt ihm seine Einsamkeit ein wenig an, den er hält unseren Begrüßungsplausch doch einige Zeit in Gang. Macht nichts – jeden Tag eine gute Tat.

Heute waren es 344 nasse Kilometer.

Gesamtstrecke: 346.12 km
Gesamtzeit: 07:23:22
Download file: 230825_Rosehall_Applecross.gpx

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