Heute soll sich das Wetter einigermaßen halten, mit Temperaturen um die 17 °C. Morgen kann das schon ganz anders aussehen. Deshalb nehmen wir für die An- und Abfahrt zum Ring of Beara ein paar Stücke des Ring of Kerry mit. Die Zeitersparnis wird uns wahrscheinlich morgen helfen.
Schon um 8 Uhr sind wir mit dem Frühstück fertig und können los.
Vor dem Häuschen warten die Motorräder bei (noch) schönsten Wetter.

Unser erstes Ziel ist ein Pass namens „Gap of Dunloe“.
Auf halbem Weg nach oben passieren wir eine von zwei „Brücken der Wünsche“. Während wir anhalten und dieses Foto machen, spielt ein junger Mann auf einem Akkordeon „Country Roads“ und eine junge Frau nimmt mehrmals ein Video mit dem Handy davon auf. Für wen diese Video-Botschaft wohl sein wird, und: was will uns der Künstler damit sagen? Wir wissen es nicht. Also können wir auch weiterfahren.

Der Gap of Dunloe ist nur 246 m hoch hat aber recht schöne Kurven und ist bei wenig Verkehr gut zu fahren.

Kurze Zeit später überqueren wir die zweite Brücke der Wünsche über den River Loe. In der Gegend sagt man, das Wünsche sich erfüllen die man beim Überqueren hat. Ich wünsche mir, das ihr Stefan auf dem Bild findet.

Hinter dem Pass geht’s hinunter ins Black Valley.

Wenige hundert Meter dahinter kommen wir an einer Schafherde vorbei und sehen, dass sich ein Widder mit einem seiner Höhner im Zaun verfangen hat und sich nicht mehr befreien kann.

Dieses Problem behebt Stefan ganz souverän und wird für uns zum Held des Tages.
Kurz darauf fängt es an zu regnen und wir müssen mal wieder aufrüsten. Die treuen Leser dieses Blogs wissen, dass das nicht nur für uns unangenehm ist, sondern dass es auch schlecht für den Blog ist. Denn das Handy muss in den wasserdichten Koffer und wasserdichte Handschuhe brauche ich auch. Wenn ich also etwas schönes fotografieren will (das gibt’s auch bei Regen), muss ich anhalten, absteigen, die klammen Handschuhe ausziehen, Handy aus dem Koffer, fotografieren und dann alles nochmal rückwärts. Daraus folgt: bei Regen gibt’s weniger Fotos.
Ich mache das nächste auf dem „Healy Pass“, der genau auf der Grenze zwischen den Counties Kerry und Cork liegt.

Mittlerweile sind wir im Regen schon weit nach Südwesten auf die Halbinsel Beara gefahren.
Der Healy Pass ist 290 m hoch steigt mit wenigen Serpentinen an und hat sehr schöne enge Kurven im Abgang. Hier rüsten wir wieder ab. Das ist bequemer und der klamme Anzug kann im Fahrtwind trocknen.

Die Landschaft ist unheimlich abwechslungsreich kaum hat man sich an das gebirgige gewöhnt, fährt man um eine Ecke oder über eine Kuppe und sieht so etwas.

Die Farben dieses Landes sind auch bei durchwachsenem Wetter berauschend.
Wenn man am Ende der Halbinsel angekommen ist sieht man die Insel Dursey. Sie ist ca. 6 qkm groß und ist durch den 230 m breiten Dursey Sound von Beara getrennt. Verbunden sind beide durch Irlands einzige Seilbahn. Gebaut wurde sie 1969 weil eine Fährverbindung immer wieder durch die örtlichen hohen Gezeiten behindert werden. Beim Transport haben Versorgungsgüter, Einwohner und Vieh Vorrang vor Touristen.

Auf dem Rückweg bewegen wir uns wieder auf die Nordküste zu. Mich faszinieren von allen Ozean-Phänomenen am meisten die Wellenbildungen. Man sieht sie natürlich direkt am Strand, aber manchmal gibt es auch einige hundert Meter vom Strand entfernte Untiefen, die die Wasserkraft brechen und enorme Gischtürme erzeugen.

Kurz nach Mittag halten wir in Allihis auf der Suche nach etwas essbarem an. Ein älterer Herr sieht, dass wir uns nicht auskennen und empfiehlt uns ein nahegelegenes Lokal. Im hinteren Teil findet wohl der allsontägliche Stammtisch statt. Wir bekommen problemlos einen Tisch mit Blick nach draußen und sehr leckeres Essen: Büffel-Burger der eine und Irish Stew der andere.
Als wir nach dem Essen zu unseren Motorrädern kommen, sind die nass – es hat wohl zwischenzeitlich geregnet. Aber jetzt scheint wieder die Sonne und wir beenden den Ring of Beara mit einigen schönen kurvenreichen Kilometern entlang der Nordküste.
Wie schon anfangs angekündigt schließen wir die heutige Tour mit Teilen des Rings of Kerry ab:
dem Inchinglanna

und dem Bohacullia.

Zwei wunderschöne Pässe, die auch diesen schönen Tag abrunden.
Gesamtzeit: 09:45:17
