Irland 2026 – 26.06.26 – Foulkmills bis Killarney 348 km

Nach dem schönen Abend gestern habe ich gut geschlafen. Allerdings wartet noch der Rest vom Blog, Ich bin früh wach und so ist es kein Problem, das zu ergänzen, was nach der Überfahrt passiert ist.

Heute soll es nicht so heiß werden. Momentan sind es nur 20 °C, aber die Junisonne macht dem Sommer, den wir ja nun seit 5 Tagen haben, alle Ehre. Auf dem Motorrad zählt aber die Lufttemperatur mehr. Und da Regen nicht ganz ausgeschlossen ist, tausche ich die Airflow-Jacke gegen die Wasserdichte, die aber viele Reißverschlüsse zu belüften hat.

Während ich schreibe nimmt Stefan sein Frühstück, das erstmals auf dieser Reise inbegriffen ist – alles was er braucht, findet er in der Küche

Um kurz vor halb 10 geht es nun los, hauptsächlich Richtung Westen und wir sehen schon jetzt, dass es da ziemlich wolkig wird. Kurz nach dem Start kommen wir nochmal am Pub vorbei – den Abend werde ich nie vergessen.

Bevor es nach Kilkenny geht biegen wir nochmal nach Süden ab zur Halbinsel Hook Head östlich von Waterford Harbour. Hier gibt es den ältesten Leuchtturm Irlands zu sehen. Schon im 13. Jahrhundert gab es hier ein Leuchtfeuer. Mittlerweile ist es etwas frisch geworden und wir schließen unsere Reißverschlüsse.

Das Leuchtfeuer wurde immer wieder modernisiert. Die Zeiten, in denen 3 Leuchtturmwärterfamilien (ich liebe die deutsche Sprache) für den Unterhalt des Feuers sorgen mussten, sind vorbei, denn seit 1996 ist alles automatisiert.

Wie man sieht, sieht man zwar den Turm, nicht aber das Irische Meer. Just als wir ankommen zieht Nebel auf, in dem es sich weitgehend versteckt. Gerade wollen wir weiter, da entsteigt dem Meer ein Mann im Taucheranzug, mit Flossen und Schnorchel aber ohne Flasche. In seiner Hand trägt er eine Art Korb mit 3 Krabben drin, jede bestimmt 30 cm im Durchmesser. Wir sprechen ihn an und er erzählt uns, dass er die in ca 12 m Tiefe mit der Hand gefangen hat – fürs Abendessen heute. Nach einem paar Minuten wollen wir ihn auch nicht länger aufhalten und verabschieden uns.

Auf Nebenstraßen fahren wir nun nördlich nach Kilkenny. In der Altstadt, die wir sehen wollen, gibt es keinen gebührenfreien Parkplatz und so spendieren wir der Stadt halt diesen Euro.

Wie man sieht haben sich die Wolken verzogen und auch die Temperaturen nähern sich wieder den 30ern. Ein freundlicher Anwohner spricht uns auf unsere Motorräder an und bei genauerem Hinsehen erkenne ich auch an ihm ein etwas verwaschenes Biker-T-Shirt. Er empfiehlt uns, unbedingt die nahe Dominikanerkirche Black Abbey zu besuchen.

Und er hat nicht zu viel versprochen. Die riesigen Fenster sind fantastisch.

Und nebenbei können wir uns auch etwas in dem kühlen Sakralbau abkühlen.

Da ich seit den Meatballs nichts mehr gegessen habe, wird es nun Zeit. Etwas Pasta und die Welt ist wieder in Ordnung.

Weiter geht’s nach Westen ins County Tipparary. Am Horizont tauchen Berge auf, über die sich Wolken- oder Nebelschwaden wälzen. Wir fahren hoch auf einen Pass von 338 m über dem Meer. Die Temperatur sinkt ziemlich schlagartig auf 17 °C, die sich bei ordentlichem Wind wie 12 °C anfühlen.

Es ist nun schon halb vier. Da wir uns ab morgen den Südwesten Irlands vorgenommen haben, wollen wir heute zumindest die Gegend erreichen. Wir suchen eine Unterkunft mit zwei Schlafzimmer und finden eine in Knocknagree, die erstaunlich günstig ist. Zwei Stunden Fahrt ist kein Problem, also los.

Unterwegs kommen wir in an Lismore Castle am Monster Blackwater vorbei und das muss ich einfach fotografieren.

An der Unterkunft angekommen erwartet uns eine böse Überraschung. Der Host will uns nur ein Zimmer geben. Da wir in der AirBNB-App im Suchfilter „2 Schlafzimmer“ gewählt hatten, muss nun AirBNB ran. Mit mehreren Telefonaten und nach einem Zeitverlust vom mehr als anderthalb Stunden erreichen wir schließlich eine Stornierung. Stefan hat glücklicherweise zwischendurch schon mal nach Alternativen gesucht und etwas bei Killarney gefunden. Chris hatte uns diese Stadt gestern Abend schon empfohlen. Sie liegt ideal, um von hieraus die drei Rundtouren durch den Südwesten zu unternehmen. Also bucht Stefan gleich vier Nächte. Die letzten 20 Kilometer sitzen wir auf einer Backe ab und erreichen dieses alte, und wie wir noch sehen werden, mystische Häuschen um kurz von halb neun.

Gesamtstrecke: 355.57 km
Gesamtzeit: 10:57:05
Download file: 260626_Irland26_Foulksmills_Killarney_Track.gpx

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