Heute morgen wache ich um halb sieben auf. Die Sonne, die es nicht ganz in mein Untergeschoss-Schlafzimmer schafft, aber doch durch die hellen Hausdächer ihr kräftiges Scheinen erkennen lässt, ist Vorbote für einen weiteren heißen Tag. Um viertel nach acht verlassen wir Plymouth durch ein Straßengewirr, wie es für Großstädte normal ist. Beim Fahren durch die Viertel sehe ich plötzlich auf dem gegenüber liegenden Hügel etwas was es wohl nur in England gibt: geschätzt 250 gleich anmutende Reihenhäuser stehen dort in Reih‘ und Glied und alle „schön“ parallel ausgerichtet. Da hat ein Bauinvestor keine Gnade mit dem Stadtbild gekannt. Leider kann ich’s auf die schnelle nicht fotografieren.
Außerhalb der Stadt fahren wir über schmale Straßen Richtung Westen. Nach dem Autobahntag von gestern eine echte Abwechslung. Es fällt auf, das die wenigen kleinen Orte oft nur durch Nebenstraßen an die Landstraßen angeschlossen sind. Die sind so schon schmal, was noch dadurch verstärkt wird, dass sie oft durchgehend mit hohen Hecken begrenzt sind, die beschnitten beidseitig bis zum Asphaltrand reichen.

Unser erstes Ziel heute ist ein Küstenstädtchen mit Frühstück und Meerblick. In Looe werden wir fündig.

Unter einem Sonnenschirm genießen wir britische Speisen: Eier, Bacon und Toast auf der einen Seite und Scones mit clotted cream und Erdbeerkonfitüre auf der anderen.

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In Fowey müssen wir den gleichnamigen Fluß überqueren. Die etwas ältere Fähre zieht sich mit Hilfe einer im Fluss liegenden Kette rüber und nüber.
Bei St. Blazey halten wir am Eden-Projekt. Es ist ein botanischer Garten mit bewahrendem und erzieherischen Ansatz über Planzen in verschiedenen Vegetationszonen. Eine Besichtigung würde zu lange dauern, aber von Außen macht es ja auch was her.

Auf engen Hecken-Gässchen geht es bei steigenden Temperaturen durch dünn besiedeltes Gebiet, dünn besiedelt von Menschen. Schafe gibt’s hier mehr.

Diese Herde hält uns mindestens 30 Minuten auf, weil sie auf einem ein-kilometer-langen Weg zu nächsten Weide ist. Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns immer wieder um 100 m Stück für Stück und Schatten zu Schatten von hinten an die Herde anzunähern. Und irgendwann biegen sie dann doch ab.

Kurz darauf erreichen wir wieder die Küste und stoßen auf eine Ansammlung von ein paar Häusern, genug um einen Namen zu haben: Portholland.
Wir halten uns an der Küste und stoßen irgendwann auf was erfrischendes. Wir können es gut gebrauchen.

„The Lizard“ ist der südlichste Punkt der britischen Insel. (Ich sammle sie halt, die geografisch besonderen Punkte. )

Bei Marizon treffen wir auf den “ St. Michael’s Mount“, das Gegenstück zu seinem französischen Pendant.

Land’s End erreichen wir kurz nach sechs und sind schon etwas enttäuscht. Zum Einen sind hier die Bürgersteige jetzt schon hochgeklappt und zum Anderen machen die Gebäude hier landseitig nicht viel her.

Schön ist es trotzdem hier, denn

Seeseits sieht das schon sehr viel besser aus .
Eine alte Zinn-Mine ist am Abend noch ein reizvolles Foto-Motiv.

Auf dem Weg in die Unterkunft entlang der Atlantikküste steht die Sonne schon tief. Die letzten Kilometer sind entspannend und runden einen schönen Tag ab.
Gesamtzeit: 11:43:31
