Irland 2026 – 22.06.2026 – Hattersheim bis Plymouth 1023 km

Ich hatte mal wieder alles probiert, um heute ausgeschlafen und ausgeruht die lang ersehnte Reise antreten zu können: alles brauchbare und nötige war zusammengesucht, verpackt und auf dem Motorrad verstaut worden, Gerät und Pilot waren gesund, gewartet und vorbereitet und gestern habe ich mir sogar den Mittagsschlaf verkniffen, damit ich um 20.00 Uhr auch einschlafen kann. Und es hat sogar funktioniert. Binnen weniger Minuten war ich weg – und nach knapp zweieinhalb Stunden wieder da.

Und dann geht das Grübeln los: hab ich auch nichts vergessen? Nein, bestimmt nicht – und wenn doch, kann man es zur Not ja auch unterwegs kaufen. Und dann fällt es mir ein: der Stecker-Adapter für Großbritannien. Aber wo haben wir den nur? Gegen Mitternacht entschließe ich mich endlich dann doch nach ihm zu suchen. Das halbstündige Herumgeistern gelingt mit ohne nennenswerte Geräusche – allerdings auch gänzlich erfolglos. Irgendwann gegen zwei bin ich dann doch nochmal eingeschlafen. Um 4 soll der Wecker gehen, damit ich pünktlich um 4.30 Uhr bei Stefan sein kann. Aber er weckt mich nicht. Weil ich ihn um viertel vor 4 abgestellt habe – glockenhellwach!

Die Frau, die mich noch verabschieden will, weiß natürlich sofort wo der Adapter zu finden ist. Na, ja Hauptsache!

Kurz vor halb bin ich bei Stefan und es entsteht dieses schöne Foto.

Wir sind gut gelaunt und reiten um 5 nach halb 4 vom Hof. Wir hoffen, das wir in netto 6 Stunden in Calais am Eurotunnel sind. Das ist leider ein sehr langweiliges Geschäft auf der Autobahn. Aber zum Trost beginnt es mit gutem Wetter. Nach der Hitze der letzten Tage liegen die Temperaturen am frühen Morgen um die 20 °C und in den Tälern des Taunus liegt gespenstischer Nebel. Sowohl Idstein, wie auch Bad Camberg in ihren Tälern sind von der A3 aus nicht zu entdecken und über allem gibt die Morgendämmerung ein schönes Licht. Pünktlich um 5.15 Uhr wechselt das Navi von der Nacht- auf die Taganzeige: Sonnenaufgang.

Vorbei an Limburg, Montabauer geht es nach Koblenz wo wir den Rhein kreuzen. Den Laacher See bekommen wir nur auf dem Navi zu Gesicht. An Köln und Aachen vorbei erreichen wir um 7 Uhr die Belgische Grenze. Nach Lüttich und kurz vor Brüssel gönnen wir uns um 10 nach 8 eine halbstündige Pause mit Kaffee und leckeren Broten von Elke. Gent, Brügge, Ostende und schon sind wir im französischen Dünkirchen. Außer auf dem Ring um Brüssel hatten wir mit Staus keine Probleme und so kommen wir, fast wie geplant, um 11.30 Uhr amTerminal an. Diesmal geht alles viel schneller und unkomplizierter und eine Stunde später rollen wir 40 m unter dem Ärmelkanal ins Vereinigte Königreich.

Die Temperaturen sind mittlerweile auf fast 30 °C gestiegen. Mir macht das nicht viel aus, den ich bin von Florida und vor allem von Sizilien ärgeres gewohnt. Es geht immer westwärts, zunächst auf der Autobahn (M-Strasse) später auf A-Strassen, die aber meist auch zweispurig sind. Ausgerechnet in der Nähe von Stonehenge gibt es aber ein längeres einspuriges (in jede Richtung) Stück und da ist heute der Teufel los: Stopp and Go. Und wenn der Fahrtwind fehlt spürt man die Hitze schon unangenehm. Aber es zwingt uns ja keiner, Motorrad zu fahren.

Um 15.30 Uhr Ortszeit ( MESZ minus eine Stunde) sind wir noch 120 Meilen von Plymouth entfernt. Wie geplant, machen wir eine Pause und suchen eine Unterkunft: schön, zentral und nicht zu teuer.

Beim Weiterfahren verschwindet die Sonne und voraus wird es düster. Bald schon bekommen wir die ersten Tropfen ab. Sie sind zunächst willkommen, da sie nur vereinzelt kommen und schon bald die Temperaturen auf um die 25 °C fallen lassen. Aber dann ist es uns doch zu viel und glücklicherweise bietet uns just in diesem Moment das Vordach einer Tankstelle die Möglichkeit, die Regenbekleidung anzulegen. (Was die gesunkenen Temperaturen z.T. leider wieder wettmacht) Nach 20 Meilen lässt es aber wieder nach und bei Ankunft in Plymouth um 18.25 Uhr scheint wieder die Sonne.

Eine Stunde brauchen wir zum Einparken, Auspacken, Waschen (Klamotten und uns), Anziehen und Schön machen und dann haben wir richtig Spaß, dass wir Plymouth als Übernachtungsort gewählt haben. Für die ganze Stadt fehlt uns die Zeit, aber allein unser Viertel und „The Hoe“, ein Hügel über der Bucht mit einem herrlichen Ausblick aufs Meer ist die Wucht am Stecken.

Ein vernünftiges Abendessen mit Meerblick tut ein übriges, um die Vorfreude auf die nächsten Tage noch ein bisschen mehr aufleben zu lassen.

Gierig blickede Zuschauer lassen sich bei uns nieder, bekommen aber nichts.

Die zurück gelegten 1000 km waren für uns beide problemlos und haben uns Zeit für das geschenkt, was jetzt kommt.

Ein Rundgang auf dem Hügel führt uns wieder zur Unterkunft.

Sie ist zwar im Untergeschoss dieses Hauses, dafür aber sehr gemütlich und schön eingerichtet.

Gesamtstrecke: 1095.89 km
Gesamtzeit: 15:02:34
Download file: 260622_Irland26_Hattersheim_Plymouth_Track.gpx

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