Gibraltar 2025 (2) 23.04.25 – 668 km bis Macon-Hurigny (Bourgogne) F

Es ist 6.36 Uhr und ich wache auf – Mist – verschlafen! Das ist mir am Tag einer Abreise noch nie passiert. Um 7.00 Uhr soll ich bei Stefan sein. Da muss wohl einer meiner Alarmstarts ran. Gut, das schon alles gepackt ist. Die letzte Tasche noch in den Koffer, Handy und Portemonnaie in den kleinen Tankrucksack und in aller Ruhe noch von der Frau verabschieden. Um 7.02 Uhr rolle ich vor Stefan’s Hofeinfahrt vor, wo er und seine liebe Frau schon warten. Ich versuche mich etwas ungelenk zu entschuldigen – Mann ist mir das peinlich.

Aber die beiden haben mir noch nie etwas übel genommen. Wir machen noch ein Foto, verabschieden uns, setzen die Ohrstöpsel rein und los geht’s. Nach einem kurzen Tankstop fahren wir Richtung Flughafen, dann über die A3 auf die A67 bis Darmstadt und dann auf die A5 Richtung Basel. Mit 10 °C ist es angenehm frisch, der Himmel ist zwar wolkenverhangen aber nur so dünn, daß es immer wieder ein paar Sonnenstrahlen es bis zu uns aufs Motorrad schaffen. Der Verkehr ist normal und wir kommen zügig und staufrei voran. Der Tempomat steht auf 120 km/h und wir rollen nach Süden. Erst hinter Karlsruhe gibt’s einen kleinen Stau und so legen wir eine kurze Pause ein.

Um 10.25 Uhr sind wir in Neuenburg am Rhein und ein weiterer Tankstop ist fällig. Dann geht’s über den Rhein und wir sind in Frankreich, dem zweiten Land unserer Reise. Leider macht mein Navi mal wieder nicht das, was es soll (oder ich lerne es einfach nicht, es richtig zu bedienen) und so kommen wir ohne Vorwarnung (hab keine gesehen…) auf die mautpflichtige Autobahn A36 Richtung Mülhausen und Lyon. Da Abfahrten sehr spärlich vorhanden, können wir erst kurz vor Belfort runter und müssen 1,90 € berappen – na ja.

Die Fahrt verläuft erst westlich und später südlich bis südwestlich bis Besancon. Bei zunächst sonnigen Wetter fahren wir durch hügelige Landschaften, zunehmend dünner besiedelt und zwischen 250 und 300 m Höhe. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt oft 80 oder 90 km/h und das ist auch angenehm. In Ortschaften gilt Tempo 50, häufig gibt es aber im Ortskern 30er-Zonen, die leider mit Schwellen Aufmerksamkeit erzwingen. Kurz vor Besancon wird das Wetter, wie angekündigt, schlechter und beim Betreten eines kleinen Cafés in der Innenstadt fallen die ersten Tropfen (draußen natürlich). Bei einem Kaffee und einer kleinen Süßigkeit wird uns klar, dass wir die 240 km bis Lyon heute nicht mehr schaffen (wollen). Also buchen wir eine Unterkunft bei Macon, das sind 60 km weniger. Das Navi kündigt die Ankunft für Kurz nach 18 Uhr an. Wir rüsten uns bekleidungsmäßig auf. Denn die Wettervorhersage verspricht bis dahin eine ausgiebige Dusche – und hält Wort.

Citadelle Besancon

Zu unserem Glück sind die Straßen gut, breit und größtenteils nicht zu kurvig, da fährt es sich etwas leichter, wenn es Hunde und Katzen regnet. Nach 2/3 der Strecke hörte es dann auch auf und mit der Sonne haben wir auf den letzten Kilometern auch wieder mehr Kurven, wie als wolle sich unser erster Reisetag mit einem guten Eindruck von uns verabschieden.

Dieses Schild ist allerdings irreführend. Die Champagne ist viel weiter nördlich, wir sind in der Bourgogne.

Die Unterkunft ist schnell gefunden und Corinne, unser Host, ist sehr freundlich, herzlich und hilfsbereit. Sie spricht genauso wenig Deutsch oder Englisch, wie wir Französisch, dafür hat sie aber auf ihrem Smartphone eine gute Übersetzung-App und so klappt alles wunderbar. Zum Abendessen gibt es von den Resten der Reiseverpflegung, die Stefan’s Liebste wieder mit viel Liebe für uns hergerichtet hat.

Unsere Regenklamotten waren bei dem Starkregen nicht ganz dicht, sodass wir hoffen müssen, dass sie bis zum Morgen wieder trocken werden.

Gesamtstrecke: 667.8 km
Gesamtzeit: 11:31:42
Download file: 250423_G_Track.gpx

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