Unser Quartier in Dresden hat viele Vorteile: zentral gelegen und mit tollem Blick aus dem 4. OG auf den Zwinger. Aber unten vor dem Haus hält jede Minute eine Trambahn und die Schwingungen übertragen sich über das Fundament auf das Haus – also als ruhig kann man die Wohnung nicht bezeichnen. Aber wir waren beide müde und haben durchgeschlafen.
Für heute morgen haben wir uns ein Frühstück in der Stadt vorgenommen, und danach wollen wir um 10 Uhr in die Frauenkirche, weil die dann erst öffnet. Dann schnell in die Unterkunft und bis spätestens 11 Uhr auschecken. Um 8.15 Uhr verlassen wir das Haus und um 8.30 Uhr sitzen wir im Café. Anschließend noch einen Spaziergang am Elbufer.

Im Hintergrund sieht man die eingestürzte Carolabrücke.
Vor der Frauenkirche angekommen ist es viertel nach neun. Da wir keine Lust haben, uns jetzt eine 3/4 Stunde die Beine in den Bauch zu stehen und nachher zu hetzen, heben wir uns die Frauenkirche von Innen für einen späteren Zeitpunkt in unserem Leben auf. Auf diese Weise sitzen wir um halb 11 schon auf unseren Mopeds und verlassen diese schöne Stadt.
Zunächst an Pirna vorbei, nehmen wir gerade noch das westliche Ende des Elbsandsteingebirges mit, bevor es hinein ins Erzgebirge geht. Schon nach wenigen Kilometer steht fest: das wird ein guter Tag. Wir kommen zwar auch heute durch einige Dörfchen und Städtchen, aber dazwischen gibt es Straßen, die den Namen „Deutsche Motorradstraße“ verdient haben. Kurvig und hügelig sind sie, so wie wir es mögen.

Bei Altenberg haben wir eine kleine Rast. Das Wetter ist sonnig und 15 °C warm, also genau richtig. Wir halten uns in Grenznähe zu Tschechien, die wesentliche Richtung ist Westen. Es gibt viel Wald, aber auch Felsen, die manchmal links oder rechts bis an die Straße reichen und auch reizvolle Ortschaften, z.B. Frauenstein.

Ab Deutschneudorf halten wir uns auf einer Straße, die dem Flüsschen Schweinitz, und somit dem Grenzverlauf folgt. So wie die Schweinitz durch das bewaldete Tal mäandert, führt die Straße ihr kurvig entlang. Das es hier viel Kunsthandwerk gibt ist sofort offensichtlich. In fast jedem Ort gibt es auf einem zentralen öffentlichen Platz ein überdimensionales Model von einem Schwibbogen, einer Weihnachtspyramide oder sonst eines Weihnachtsschmucks, der im Winter sogar illuminiert wird.
Es ist Nachmittag geworden und der Himmel zieht sich langsam zu – es ist Regen zu erwarten, nicht lange aber durchaus heftig. Da wir gerade in Zschopau (der Motorradstadt) sind, ziehen wir uns unter den Schutz des Sonnenschirms von „Janny’s Eis Café“ zurück und warten bei Produkten des Hauses bis der Regen vorübergezogen ist.

(Wo ist Stefan?)
Weiter geht’s über Annaberg-Buchholz nach Oberwiesenthal und hinauf auf den 1215 m hohen Fichtelberg, den höchsten Berg Sachsens.

Westwärts, westwärts, immer westwärts, vorbei an Morgenröthe-Rautenkranz (die Wetterstation hier wir öfters in Wetterberichten erwähnt) ins Vogtland, das hier beginnt. Kurz nach 19 Uhr kommen wir in der Kreisstadt Greiz an – es dämmert bereits. Bis wir alle nötigen Verrichtungen in der Unterkunft erledigt haben, ist es 20.20 Uhr und wir haben Not noch ein Lokal zu finden, das uns um diese Zeit noch Essen macht – ein Grieche tut’s dann doch.
Gesamtzeit: 08:48:32
