Schottland 2019 – Tag 7: Skye

Ich wache auf, geh zum Fenster und schaue nach dem Wetter. Mist – es regnet in Strömen und der Himmel ist weit und breit dick bewölkt. Na das kann ja ein ganz schöner Reinfall werden heute mit Skye.

Auf die Wettervorhersagen höre ich hier in Schottland schon lange nicht mehr, jede App sagt was anderes. Sogar meine Norwegen-bewährte MSN-Wetter-App liegt häufig daneben. Beim Frühstück meint unser Guide, ab 10 Uhr soll es besser werden und schlägt vor, heute erst dann loszufahren. Und richtig: bis 10 Uhr hat es aufgehört zu regnen. Die Straßen sind zwar noch nass und der Himmel vollständig bedeckt, aber das hat nicht erste Priorität. Sicherheitshalber haben sich alle regendicht angezogen und es geht los. Zunächst verlassen wir die südliche Halbinsel Sleat und kommen nach Harrapool und dort direkt in einen Stau. Das langsame Vorwärtskommen gibt Gelegenheit, sich die Ortschaft genauer anzusehen. Es gibt nette kleine Häuschen und Geschäftchen und man merkt sofort, dass auf Skye viel auf den Tourismus ausgerichtet ist. Alle paar Meter gibt es ein B&B und alle paar hundert Meter eine Art-Gallery. Viele Beschriftungen, besonders die Ortsschilder sind zweisprachig: schottisch-gälisch und englisch. Dabei sind die beiden Ausdrücke sprachlich meist total unterschiedlich und der gälische oft sehr viel länger.

Der Küstenlinie des inneren Sund folgend erreichen wir Sligachan.

alte Brücke in Sligachan

Hier haben wir unsere erste Pause. Es gibt eine kleine Brauerei und ein Restaurant mit einem Geldautomat. Und vor dem Restaurant steht ein Schild:

Humor haben sie ja, die Schotten!

Langsam wird das Wetter besser und die Sonne blinzelt alle Viertelstunde mal sekundenweise zu uns herunter. Im Loch Sligachan sehen wir, wie in anderen Gewässern auch eine Lachszucht liegen. Das sind ganz unverkennbar rechteckige oder runde Käfige, die nur wenig über die Wasserfläche ragen. Regelmäßig fahren Kutter dahin, um Futter und, wie man hört, auch Medikamente zur Gesunderhaltung der Fische abzuladen. Diese Art der Fischzucht ist nicht unumstritten.

Auf einer gewundenen Straße Richtung Norden und gesäumt von steilen Bergen kommen wir zum Loch Portree an dem der gleichnamige Ort liegt, zauberhaft mit seinen bunten Häuschen am kleinen Hafen. Übrigens bedeutet das Wort „Loch“ nicht, wie oft geglaubt wird, See, sonder dieser aus den Gälischen stammende Begriff steht für stehende Gewässer, auch für Meeresarme.

Um kurz vor 12 Uhr halten wir westlich des Loch Leathan (das ist jetzt wirklich mal ein See) an einem Wasserfall.

Fotopause

Etwas weiter sieht man von hier aus schon die Felsnadel namens

old man of storr

Das Wetter ist nach wie vor trocken, aber nicht immer kameratauglich, sodass von dieser Sehenswürdigkeit kein besseres Foto möglich ist. So manche Bergspitze ist hier in den Wolken, was aber weniger an der Höhe der Berge, als vielmehr an den tiefhängenden Wolken liegt.

Fast ganz im Norden der nördlichsten Halbinsel Trotternisch ist unser nächster Fotostopp. Aus dem Loch Mealt (auch ein See) ergießt sich ein über 50 m höher Wasserfall über die Steilküste ins Meer.

Mealt Falls

Von diesem Aussichtspunkt aus hat man einen schönen Blick auf die Steilküste dahier.

(ich liebe dieses Bild)

Etwas weiter nordwestlich gibt es einen Zugang zum Strand.

Beach

Als wir wieder von hier abfahren wollen, wird es auf der Zufahrt (STR) ziemlich eng mit einem Straßenbau-Fahrzeug, mit dem wir uns auf den letzten Kilometern gegenseitig überholt haben. Die Bauarbeiter wollen wohl hier am Stand Mittag machen.

Am nördlichsten Punkt unserer heutigen Tour erreichen wie den Quiraing.

der Quiraing

Diese spezielle, durch Erdrutsche entstandene Formation ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel und auch bei bedecktem Wetter außerordentlich beeindruckend.

Nun wird es aber bald Zeit fürs Mittagessen. Also fahren wir auf spaßbringenden Straßen und STRs über Uig und um den Loch Snizort Beak (Meeresarm) herum auf die Halbinsel Duirinish, auf der Dunvegan Castle liegt, der Stammsitz des Clans der MacLeods.

Dunvegan Castle

Geizig, wie Schotten ja bekanntlich sind, gönnen sie einem nichtzahlenden Besucher nicht den kleinsten Blick auf ihr Domizil. Also beschränken wir uns auf ein karges (will meinen sparsames Mahl) am Besucher-Parkplatz und fotografieren einfach das Werbeposter ab. (Oder hat jemand gedacht, ich wäre hier mit Drohne oder gar Hubschrauber-Einsatz zu Werke gegangen?)

Um 15 Uhr brechen wir auf und erreichen 30 Minuten später wieder Sligachan. Und genau jetzt, wenn wir beginnen, den vom Morgen bekannten Streckenteil zurückzufahren, kommt die Sonne dauerhaft hinter den Wolken hervor und läßt uns die Landschaft „in einem neuen Licht“ erleben.

Eigentlich ist geplant nach dem Tanken in Harrapool noch einen Kaffee zu nehmen, aber auf vielfachen Wünsch einzelner Teilnehmer wird dies zu Gunsten eines frühen Bieres im Hotel aufgegeben. Wieder im Hotel angekommen, hatten wir heute wirklich keinen einzigen Regentropfen und ein tolles Skye-Erlebnis.

Gesamtstrecke: 249.05 km
Gesamtzeit: 06:48:05
Download file: 190905.gpx

2 Antworten auf „Schottland 2019 – Tag 7: Skye“

  1. Wirklich tolle Bilder!!! Schade mit dem Wetter. Aber es gibt ja Regen Kombis. Entwässerung extra Arbeit aber geht auch so. Weiter wünsche ich euch gute Fahrt

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