Die Nacht auf der Fähre ist besser, wie vermutet. Obwohl man ständig leicht den Seegang spürt, können wir gut schlafen und bleiben von der Seekrankheit verschont. Zwar ist, wie meist, das Kopfkissen zu klein, aber das kenne ich ja schon und kann mich arrangieren. Trotzdem werde ich um 5.30 Uhr wach und entschließe mich zu einem Morgen-Spaziergang auf Deck.
Es ist erstaunlich warm, so um die 18° schätze ich mal. Am westlichen Horizont ist die Ostküste Englands zu sehen.

Um 7 Uhr gibt’s Frühstück und weil die Liebste auch ein Frühaufsteher ist, sind wir die ersten. Die Auswahl ist, wie am Abend zuvor, riesig. Das Büffet bietet alles, was das Herz begehrt einschließlich frisch gebackener Brötchen.
Das Anlegen ist für 9.15 Uhr Ortszeit geplant. Es ist also reichlich Zeit, zusammen zu packen. Ich versorge mich auch noch mit 50 £ Bargeld, Das sich irgendwie komisch anfühlt – die neuen Scheine sind aus Kunststoff. Außerdem kann ich es mir nicht verkneifen, dem Mann am Desk höflich aber doch deutlich ein Feedback über das extrem langsame Wi-Fi zu geben. 50 Minuten hat es mich gekostet 6 Fotos hochzuladen. Noch einmal 9 € für drei Stunden Internet werde ich auf der Rückfahrt nicht investieren.
Um 8.45 Uhr finden wir uns am Schott 49 des Autodecks ein und werden wenig später zu unseren Mopeds gelassen. Es ist wieder mächtig warm und beim Verpacken und Entwirren kommt man ganz schön ins Schwitzen (diesmal hab ich die Jacke aus). Dann dauert es noch fast eine halbe Stunde bis die Rampe abgelassen wird und es zügig von Bord geht. Hinter der Passkontrolle versammelt uns unser Guide, um die Regeln und die Reihenfolge zu besprechen. Hinter ihm fährt A., dann ihr Mann H. Es folgen R. und Sa., dann J. und T. Den Abschluss bilden wir beiden mit unseren Sozia, zunächst Schatzi und ich und zum Schluss G. mit S.
Vom Hafen geht es möglichst schnell aus Newcastle heraus: ein Kreisel nach dem anderen. Dabei gilt eine interessante Regel. Durch den Linksverkehr blinkt man beim Einfahren in den Kreisel links, wenn man gleich wieder raus will. Möchte man geradeaus, blinkt man erst vor dem Ausfahren nach links. Möchte man erst bei der dritten Ausfahrt raus, blinkt man beim Einfahren rechts, schaltet im Kreisel den Blinker aus und setzt ihn auf links kurz bevor man den Kreisel verläßt. Das hört sich zwar kompliziert an, ist aber sehr praktisch und man gewöhnt sich schnell daran.
Schnell lassen wir die Stadt hinter uns und verlassen zumindest zeitweise die großen Straßen. Es geht durch den Northumberland Nationalpark, eine hügelige Landschaft, die von Brachflächen, einigen vereinzelten Waldschonungen und Wiesen geprägt ist. Sehr verstreut weiden da Rinder und hauptsächlich Schafe. Das Wetter ist ziemlich stark bewölkt und mit 13 – 17°C einigermaßen frisch. Und es bläst ein kräftiger Wind, der meist von der Seite kommt und zu konzentriertem Fahren zwingt. Der Himmel wird zunehmend dunkler und nach dem es schon einige Nissel gegeben hat, halten wir und legen Regenschutz an.
Gegen Mittag erreichen wir die Grenze von Schottland.


Nach einer kurzen Pause gehts weiter und wir kommen zur Ruine von Jedburgh Abbey.

Nebenan gibt es ein nettes Lokal und wir essen eine Kleinigkeit.

Ich probiere die kleine Version von Haggis, einem schottischen Nationalgericht. Es ist gefüllter Schafsmagen und niemand will wirklich wissen, was drinn ist, aber es schmeckt gut, und man sagt, die Natives freuen sich, wenn man es bestellt.
Weiter gehts durchs südöstliche Schottland Richtung Edinburgh. Westlich der Stadt halten wir an den Brücken des Firth of Forth, ein Meeresarm der Nordsee und Mündung des Flusses Forth. Drei Brücken überspannen dir Wasserstraße.


Am Strand gibt’s eine richtige Brandung bei dem Wind. Man findet einen Biker-Treff und ein paar Andenken-Läden.
Von hier aus fahren wir noch eine halbe Stunde über die Autobahn nach Perth. Dort angekommen gibt es für T. und mich noch einmal einen Schreck in der Abendstunde. Vor unserem „Salutation Hotel“ halten wir an, um das Gepäck abzuladen. Als wir die Motoren wieder anlassen wollen, verweigern unsere BMWs ihren Dienst und geben als einzige Reaktion nur ein müdes Blinken einer roten LED von sich. Wir versuchen es mehrfach und ich setze sogar den Notschlüssel ein, aber es nutzt nichts. Erst nachdem wir die Bikes von der Straße schieben geht wieder alles, wie gewohnt. Wir vermuten einen Störsender in der Nähe, alles sehr seltsam!
Das Hotel ist sehr schön, alt und innen sehr verwinkelt. Duschen, Waschen, Essen und interessante Gespräche füllen den Abend, und so geht der zweite Tag zu Ende.
Gesamtzeit: 07:14:14

Tolle Bilder, lässt es euch gut gehen.
Hallo Ihr Lieben,
Wir schicken Euch ganz liebe Grüße. Genießt Eure gemeinsame Tour, die Eindrücke ,die herrliche Landschaft und den schottischen Whisky
Claudi & Uwe