Tag 9 – Paris

Keine Vögel heute morgen, nur das Rauschen der Dusche nebenan. Aber egal, heute steht Großstadt auf dem Programm. Um acht Uhr geht’s los, mit bequemen und leichten Sachen an; es soll wieder sehr heiß werden heute. Ich fahre vom S-Bahnhof Laplace erstmal bis St-Michel Notre Dame.

Notre Dame, Portalseite

In jedem Reiseführer ließt man zwar, man solle Paris stadtviertelweise erkunden, sonst müsse man den ganzen Tag mit der Metro hin- und hergurken, aber das hilft einem auch nicht weiter, wenn man Prioritäten bei den Sehenswürdigkeiten hat. Meine oberste hatte Notre Dame.

Hauptschiff

Innen hätte ich sie mir heller vorgestellt. Aber die Architektur ist schon großartig.

Chor vom Square Jean XXIII aus

Immer wieder interessant sind die Außenstützen, die nötig sind, um die Gewölbe zu tragen.

Anschließend suche ich die nächste Touristen-Information. Sie befindet sich quasi um die Ecke im Rathaus. Wobei “um die Ecke“ leicht gesagt ist. Paris ist unwahrscheinlich groß – alles ist groß: die Plätze sind groß, die Häuser sind groß, die Straßen sind so breit, dass trotz parkender Wagen noch bequem vier Autos nebeneinander fahren können – in den Nebenstraßen. Die Hauptadern sind sechs- oder achtspurig. Und das Rathaus ist auch groß. Ich brauche eine viertel Stunde bis ich auf der richtigen Seite bin. Beim Betretet muss ich durch einen Sicherheits-Check, wie am Flughafen. Aber alle sind sehr freundlich und ich bekomme eine Karte und einen Guide.

Um einen Eindruck zu bekommen, beschließe ich, erstmal zu Fuß weiter zu gehen. Ich verlasse die Seine-Insel, folge dem Fluss aufwärts und komme an den

Pont Neuf

Dann wende ich mich nach rechts und betrete das Gelände des Louvre.

Innenhof des Louvre

Der Komplex ist so groß, das ich wieder eine geraume Zeit brauche, um ihn zu durchqueren. Ich muss ein wenig lächeln, als ich lese, dass die Gebäudeflügel mit “Pavillon …“ beschriftet sind.

die bekannte Glaspyramide vorm Louvre

Weiter geht’s nach Westen durch die Tuilerien zum Place de la Concorde (wieder eine halbe Stunde).

der Obelisk ist Beutekunst aus Luxor von 1831

Das zieht sich ganz schön zu Fuß. Ab hier gehe ich auf der Avenue des Champs Elysees. Was ich mir aber so schön vorgestellt hatte, bekomme ich erstmal versalzen: Wegen des Zieleinlaufes der Tour de France werden hier auf beiden Straßenseiten Tribünen aufgebaut und alles ist abgesperrt. Erst ab der Metro-Station Franklin D. Roosevelt hat man wieder frei Sicht auf den Triumphbogen.

Champs Elysees

Gerechterweise muss ich sagen, wird hier die Champs Elysees erst richtig interessant. Hier findet man die vielen Geschäfte und Modehäuser.

Arc de Triomphe de l`Etoile

Als ich am Place Charles de Gaulle (früher Place de l`Etoile) ankomme, ist es schon zwölf. Er ist mit einem Durchmesser von 250 Metern einer der größten Plätze von Paris. Ich finde, ich bin erst mal genug gegangen und steige in die

Metro

und fahre bis Pigalle,

ein eher kleiner Platz.

Dort habe ich mächtig Durst und nehme eine Stärkung zu mir. Von hier aus geht’s wieder zu Fuß weiter, zunächst durch das Rotlichtviertel bis zur roten Mühle.

Moulin Rouge

Nun ersteige ich den Montmartre, denn das ist wirklich ein Berg, auf dem übrigens noch zwei Mühlen stehen, die Künstler wie Toulouse-Lautrec, Picasso und Renoir zu einigen ihrer Werke inspiriert haben.

Oben angekommen,

hier beginnt der Rummel,

gönne ich mir ein Eis und schlendere über den Place du Tertre, wo viele Künstler ihre Bilder anbieten und man sich von einigen auch malen lassen kann.

Place de Tertre

Das eine oder andere Bild hätte mir sogar gefallen und die Preise waren auch im Rahmen, aber wie hätte ich so was nach Hause transportieren sollen?

Sacre Coeur ist berauschend,

Sacre Coeur

außen wie innen

wunderschön

Herunter fahre ich mit der Seilbahn:

die beiden Wagen sind mit Seilen verbunden

Als nächstes habe ich mir nochmal den Eifelturm vorgenommen, ich meine so richtig, mit anfassen und so.

Ich ehme also wieder in die U-Bahn und fahre etwas zu weit. Macht nichts, denke ich. Dann gehst du einfach ein Stück an der Seine entlang. Und da stoße ich doch auf eine Bekannte:

das Pendant zu der in New York

Und der Eifelturm ist auch nicht mehr “weit“. Aber beim Annähern stoße ich auf Zäune und Absperrungen; es wird gebaut. Ich gehe weiter, irgendwann muss das ja mal zu Ende sein. Dann kommt der Eingang für die, die hoch wollen. Will ich aber nicht (zu teuer und vor allem: Schlange zu lang). Also weiter – aber es hilft nichts: am Ende bin ich einmal im Abstand von 300 Metern um den Turm herangegangen (mehr als 1 km Weg). Es gibt keine Möglichkeit, einfach mal drunter durch zu gehen oder auch nur eines der vier Fundamente anzufassen – schade!

So langsam werde ich müde, aber drei Sehenswürdigkeiten sollen es schon noch sein.

Montparnasse

Dann der Invalidendom, oder wie er richtig heißt:

Hotel des Invalides

Ihn muss ich von der Metro-Station auch halb umrunden, bevor ich die richtige Seite vor der Linse habe (und das war auch wieder ein 15 Minuten Marsch).

Und schließlich fahre ich noch zum Place de Bastille:

Colonne de Juilett und Opera

Dann ist’s auch gut für heute und ich habe fast alles gesehen, was ich sehen wollte. Nur die Katakomben …  Aber, na ja – schön war’s sowieso! Jetzt nichts wie in die Unterkunft, Duschen und Beine ausruhen.

Wie man auf den Bildern sieht, hat die Sonne sich heute nicht rar gemacht und es war wieder ziemlich heiß. Besonders in den vollen Metros habe ich öfter mal an mein Deo gedacht. Aber es gab keine Beschwerden – weder von den anderen Fahrgästen noch von mir.

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