Die Nacht war etwas länger als geplant und erholsam, das Frühstück ausgezeichnet und das Wetter ist augenscheinlich schöner als prognostiziert.

Um Viertel vor neun geht’s wieder los. Der Morgen ist mit 5 °C noch etwas frischer als der gestrige Tag. Die Straßen sind feucht – ob vom Tau oder vom nächtlichen Regen, ist egal für mich. Vorsicht ist geboten sobald es durch Wald geht.

Wenn die Sonne aber weiter so scheint, wird es bald trockener. Die Landschaft ist wunderschön und der Sonnenschein betont die Herbstfarben. Die Dörfer sind klein, mit Häuschen aus Naturstein-Quadern oder rot geklinkert und haben Namen wie Kückenbruch oder Heidelbeck. Über Vlotho nähere ich mich Porta Westfalica und von weitem erkennt man schon den hohen Kuppelbau der Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf der Anhöhe über der Stadt.

Dort angekommen stehe ich vor einer riesigen Baustelle: das Denkmal, und der Vorplatz werden seit vier Jahren aufwendig repariert. Das Kassenhaus am Parkplatz ist noch nicht fertig und so parke ich kostenlos. Der Kaiser blickt stumm mit seinem bronzenen Gesicht über das fantastische Panorama und ich genieße es auch.
Weiter geht es nach Minden. Hier gibt es eine seltsame Kreuzung zu besichtigen: Der Mittellandkanal wird mit Hilfe einer Brückenkonstruktion in 13 m Höhe über die Weser geführt.

Gerade will ich wieder auf’s Moped steigen, da hält neben mir ein Wagen und ein netter Mann, etwas jünger wie ich, schaut heraus und auf meine GS. Er hat auch eine und schnell sind wir im Gespräch über Mopeds, Touren, GS-Foren und all diese Dinge, bis wir uns gegenseitig eine gute Fahrt wünschen und unserer Wege ziehen.
Meiner führt nun zunächst nach Osten und dann nach Süden um kurz vor Holzminden wieder auf die Weser zu treffen.

Das Wetter ist nach wie vor gut, aber am Horizont sind dunklere Wolken zu sehen. Bisher hatte ich noch keinen Regen heute. Nur gelegentlich nasse Straßen lassen vermuten, dass es tatsächlich die für heute angekündigten Schauer gegeben hat.

Bad Karlshafen ist eine Enttäuschung: Großbaustelle im Stadtkern.

Dann kommt er doch noch: ein kurzer aber starker Schauer. Aber das macht nichts. Die nun folgende Fahrt durch die Auen entlang der Weser flussauf bis Hannofersch Münden wird zu einem Highlight des Tages. Dunklen Wolken, die immer wieder von der Sonne durchbrochen und mit gelegentlichen Regenbögen geschmückt werden, verstärken den herbstlichen Anblick der Landschaft.

„Wenn Werra und Fulda sich küssen, sie ihren Namen büßen müssen. Und hier entsteht durch diesen Kuss, deutsch bis zum Meer der Weserfluss.“
Dann geht’s über Hofgeismar nach Paderborn, das ich leider erst in der frühen Dämmerung erreiche.

Auch hier eine Großbaustelle: dreiviertel der Umgebung des Doms ist abgesperrt und ich finde nur nach längerem Suchen durch eine kleine Seitenpforte in den Dom hinein. Das Innere entschädigt allerdings für die Umstände. Hier muss ich unbedingt nochmal mit meiner Liebsten hin!
Als ich wieder heraus komme, ist es fast halb sechs und komplett dunkel. Also wird der schnellste Weg zum Hotel programmiert und das war es für heute.
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Gesamtstrecke: 129.25 km Download file: Track%20vom_%202017-10-30.gpxGesamtzeit: 09:27:40 |
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