Die Nacht ist wieder mal kurz. Und das liegt nicht an der Hitze. Das Zimmer ist spärlich aber hochmodern und „smart“ eingerichtet, keine Schlüssel nur Türcodes. Es hat sogar eine Klimaanlage die wir gestern Abend während unserer Abwesenheit haben laufen lassen. Nein die Probleme waren andere.
Oberflächlich gesehen ist das Zimmer sehr sauber und in der Beurteilung würde man schreiben: „kein unnötiger Kram“. Es gibt zum Beispiel nur eine Garderobe und keinen Schrank, wo man Sachen hätte afhängen können, und das in einem Zimmer mit drei Betten.

Nein, was wirklich unnötig war und im weitesten Sinne auch als Unsauberkeit bezeichnet werden kann, sind stacheltragende Hautflügler, und zwar die ganze unangenehme Sorte: Schnaken. Zuerst bemerken wir sie kaum und denken es sind nur zwei oder drei weil sie erst zu hören sind, wenn sie weniger als 10 cm vom Gesicht weg sind.
Ich bin müde, lege mich früh hin und schlafe sofort ein. Aber nach drei Stunden hat die Wirkung der Klimaanlage nachgelassen und die Viecher kriegen Hunger. Stefan schläft weiter und ich möchte ihn nicht durch eine Jagt wecken. An weiteren Schlaf ist erstmal nicht zu denken. Also arbeite ich am Blog.
Zunächst müssen die Bilder hochgeladen werden, denn sie sind das Gerüst, das aus meinen Erinnerungen Texte werden läßt. Leider geht das Hochladen so langsam, dass die App manchmal glaubt, es gäbe überhaupt keine Verbindung und das Laden abbricht. Ich suche im Zimmer den Punkt, wo meine w-lan Anzeige noch die meisten Balken aufweist. Aber trotzdem dauert das Hochladen pro Foto durchschnittlich sieben bis acht Minuten.
Schließlich ist es geschafft und ich beginne mit dem Schreiben. Ich komme gut voran und kann nach dem Fertigstellen sofort wieder einschlafen. Wach werde ich erst wieder, als es schon hell ist und Stefan schon auf Schnakenjagt ist.
Bis unser Frühstückscafé aufmacht ist noch Zeit dafür und für Zeitung, Packen und Körperpflege.
Gestärkt durch das üppige Frühstück machen wir uns um 10.30 Uhr auf den Heimweg. Ich habe „nach Hause“ und „kürzeste Zeit“ mein Navi eingegeben und bald sind wir auf der Autobahn. Die meiste Zeit kann ich in Belgien das Speedlimit am Tempomat einstellen nur um Brüssel herum gibt’s Stau und wir müssen schlängeln. Bei Eupen, kurz vor der deutschen Grenze, tanken wir nochmal günstig und machen eine Biopause.
Auch bei Koblenz staut es nochmal aber sonst rollt es, sodass uns der Fahrtwind die 30 bis 35 °C durch die Reißverschlüsse blasen kann.
Um 16.15 Uhr stehen zwei glückliche Männer bei mir vorm Tor und wissen: Das war nicht das letzte Mal.

Wieder zuhause.
Ein Epilog wird folgen.
Vielen Dank allen Lesern und besonderen Dank für die lieben Kommentare.
Gesamtzeit: 05:43:50

Willkommen zurück!
Toller Bericht.
Bis bald
Klaus
Lieber Marcus,
Wenn auch etwas verspätet, ich bin beeindruckt von euer tollen Reise und den interessanten Berichten und Bildern.
Das machst du sehr schön.
Lass es noch schön nachklingen.
Seid ganz lieb gegrüßt von Martina