Heute morgen bin ich trotz des Rotweins gestern abend relativ früh wach. Zeit für Zeitung, Mails und ähnliches.
Als es ans Motorrad-Abdecken geht muss ich schon ein wenig schmunzeln.

Unser Host, der gestern schon beim Einchecken unsere Bikes bewundert hatte und dann ganz bescheiden auf seinen Roller verwiesen hat, muss diesen wohl gestern Abend noch zwischen unseren geparkten haben, sozusagen zwischen seinen Schwestern.
Ich hab ihm das Foto geschickt und er hat sich sehr darüber gefreut.
Obwohl die Wettervorhersage genau wie gestern war (und die hat uns ja ziemlich enttäuscht), beschließen wir erneut, ohne Regensachen los zu fahren.
Um 9 Uhr geht’s los und bald sind wir wieder auf dem „Wild Atlantic Way“ der immer gut ausgeschildert ist.

Das Wetter ist zwar diesig, aber weitgehend trocken. Auch die Sicht ist meist besser als gestern.

Gegen 10 Uhr erreichen wir „Downpatrick Head“, wo es eine besonders starke Brandung gibt.

An besonders windigen Tagen ist sie so stark, dass es eine Fontäne aus einem sogenannten „Blowhole“, also einer natürlichen, röhrenförmigen Öffnung im Fels, gibt. Da dieses Blowhole einige 100 m vom Parkplatz entfernt ist, fragen wir einen Passant, ob es heute lohnt hinzugehen. Aber obwohl es ordentlich windet, ist dort heute nichts los und wir sparen uns den Weg.
Am Rückweg zur Hauptstraße finde ich noch ein besonderes schönes Beispiel für ein modernes irischer Haus mit Natursteinverkleidung.

Auf den Weg nach Ballina kommen wir an der Moyne Abbey vorbei. Das ehemalige Franziskaner-Kloster aus dem 15. Jahrhundert liegt auf einem Bauernhof, etwa 300 m von der Straße entfernt. Man darf über die Weiden dahin laufen, aber vor dem Bullen wird gewarnt.

Diesmal machen wir den Weg und es lohnt sich. Die Mauern der Gebäude und der Räume darin sind fast alle noch erhalten; nur die Dächer fehlen.
Ich mache einige Fotos und kann mich nur schwer entscheiden, welche in den Blog kommen. Aber der Kreuzgang hat es mir besonders angetan.

Dann wird der Niesel zu Regen und bevor wir weiter fahren, muss es eben doch sein: wasserdicht ist angesagt.
Im nahe gelegenen Killala besuchen wir einen runden Turm (zu), eine St. Patricks Kirche (auch zu) und eine Drogerie (glücklicherweise offen).
Das Wetter wechselt aber ich gehe jetzt kein Risiko mehr ein.

Der Wunsch nach einer Pause verschlägt uns in eine Art Besucherzentrum, wo wir einen einfachen Kaffee und ein Stück Kuchen bekommen. Hier buchen wir auch unser Nachtquartier, das schon im Westen von Nordirland liegt.
Um kurz nach 3 besuchen wir das „Carrowmore Megalithic Cemetery“, eines der bedeutendsten Zeugnisse irischer Megalitbauten. Auf drei Hektar Land befinden 25 überwiegend gut erhaltene Tombs and Dolmens (Gräber und Grabbauten).

Auf fünf Tragsteinen liegt eine Steinplatte über der Grabsteine.

Da unser Quartier etwas abseits liegt essen wir in Enniskillen zu Abend. Nach weiteren 20 Kilometer kommen wir in Kesh an.

Leider haben wir die Sonne heute gar nicht zu Gesicht bekommen. Wir hoffen auf morgen!
Gesamtzeit: 09:52:20
