Als wir kurz nach acht beginnen, unsere Motorräder zu packen, kommt unser Host heraus und hält noch einen Plausch.

Wie man sieht, stehen auf seinem Grundstück mehrere Autos, die aber nur teilweise fahrbereit sind. Zu den meisten meint er: They need work. Auf einem sehe ich den Aufkleber vom Nürburgring und frage, ob er da war. Er sagt: The car was, not me. Ein etwas seltsamer Kauz, aber freundlich.
Um 8.30 Uhr geht es gleich auf einer STR los, und zwar ins nahegelegene Balquhidder. Dort befindet sich das Grab von Robert Roy MacGregor, genannt Rob Roy.

Er war Ende des 17. bis Anfang des 18.Jahrhunderts ein schottischer Volksheld und Geächteter.
Als wir dann losfahren ist es mit nur 11 °C ziemlich frisch. Der Himmel ist bedeckt, aber es sieht so aus, als ob der Tag schön werden könnte.

Wir fahren auf sehr schönen Straßen durch den Queen Elizabeth Forest Park am Loch Lubnaig entlang, dann westwärts entlang von Loch Venachar im Loch Lamond & Trossachs Nat. Park. Der eine ist Teil des anderen. Straße und Landschaft sind wunderschön und das Wetter hellt sich langsam auf. Merkwürdigerweise sehen wir sehr häufig Wandergrupper jeden Alters, mal viele mal wenige, manchmal sogar einheitlich gekleidet. Merkwürdig.
Um kurz nach zehn erreichen wir Flanders Moos, Großbritanniens größtes naturnah belassenes Hochmoor.

Von diesem Turm aus kann man die weitläufige Landschaft betrachten: überwiegend grün mit rosa und lila Blüten.
Nach einem kleinen Frühstück in einem einladenden Café

fahren wir auf einer schönen aber ziemlich überfüllten Straße zum Loch Lomond. Die Zahl der Wanderer nimmt zu – die Temperatur und der Sonnenschein auch. An einer passenden Stelle halten wir für eine kleine Pause an. Allerdings kommen ständig Wanderer vorbei. Ein junger Mann aus dem Ahrtal spricht uns an, weil er uns reden gehört hat. Er studiert in Aachen und wandert in 10 Tagen den West Highland Way von Glasgow bis Fort William. Er ist an unserer Reise interessiert und erzählt uns von seiner. Und so sprechen wir bestimmt 15 Minuten bevor er seinen Weg fortsetzt. Kaum haben wir einmal in einen Keks gebissen, wird ein älterer Mann durch unsere Motorräder auf uns aufmerksam. Und wieder entspinnt sich ein Gespräch das über eine halbe Stunde währt und wir haben viel Spaß miteinander.
Gegen Mittag steigt die Temperatur auf 22 °C und ich muss meine Garderobe verändern. Wir versuchen, zum Devil’s Pulpit zu kommen.

Aber mehr als dieses Foto wäre ohne längeren Fußmarsch nicht zu machen. Dafür werden wir wieder auf unsere Motorräder angesprochen, diesmal von einer größeren Gruppe (wohl indisch-stämmig), die zum Picknick hier sind und uns dazu sogar einladen. Wir lehnen dankend ab und fahren zur Glengoyne Disillery, die uns interessiert. Im Giftshop sind die verschiedenen Jahrgänge aber zu teuer. Also weiter bis zu einem Café wo wir wieder unsere Unterkunft buchen und eine Kleinigkeit zu uns nehmen. In Kilmarnok essen wir bei Mac und erreichen um 19.30 unsere Unterkunft Die Hosts sind nett, die Unterkunft gut ausgestattet und das Wetter bleibt ruhig.
318 km sind auf dem Tacho dazugekommen.
Gesamtzeit: 11:01:24
