Schottland 2023 – Tag 16 – von Tobermory nach Corran (30.08.)

Wenn ich Möwen-Geschrei höre, denke ich an Nordfrankreich. Auf meiner Reise dorthin hatte ich das jeden Morgen zum Wecken. Heute Morgen wird mir aber schnell klar, wo ich bin. Und ein Blick aus dem Fenster zeigt mir erstens das sonnenbeleuchtete Stadtpanorama von Tobermory und zweitens, dass wir tolles Wetter haben.

Da fängt der Tag ja schon gleich gut an. Mit Frühstück wird sich gar nicht erst lange aufgehalten, und um viertel vor acht geht’s zum Tanken und dann die Insel Mull erleben. Kurz nach der Stadtgrenze wird die Straße wieder zu STR. Der Morgen ist schön, die Schatten noch lang und die Luft hat erfrischende, aber nicht zu kalte 13 °C. Das läßt uns die Fahrt entlang des Loch Carnain An Amais nach Westen mit gemäßigten Tempo genießen.

Die Straße ist einsam und schlängelt sich durch die bergige Landschaft. Dann wird es wieder etwas flacher und plötzlich ist man wieder am Meer (soll auf Inseln vorkommen).

Diese Bucht gefällt uns besonders und so machen wir eine Pause. Dann wird die STR zur Küstenstraße, die sich zwischen 10 und 100 Meter über dem Wasser an mehr oder weniger steilen Uferhängen entlang windet. Dabei gibt es manche Entdeckung zu machen.

Der Eas Fors Waterfall sieht aus, als wäre er als Filmkulisse gebaut worden. Entlang der Küste geht’s auf engem Pflaster.

So kommen wir in den Südwesten von Mull nach Fionnphort, denn wir wollen auf die kleine vorgelagerte Insel Iona. Da die Fähre, die uns (diesmal ohne Mopeds) rüberbringen soll, erst in einer Stunde fährt, bleibt Zeit für ein verspätetes Frühstück (Schrimp-Sandwitch, mmmmh sehr lecker). Und das mit dem Blick:

Iona ist die Insel, von der aus Schottland und Nordengland christianisiert wurden. 563 kam Coluban mit 12 Männern von Irland nach Iona und gründete ein Kloster.

Die nach Zerstörungen wiederaufgebaute Kirche kann gegen Eintritt besichtigt werden. Während Stefan das tut, gehe ich in eine kleine Kapelle etwas abseits, das älteste, noch erhaltene sakrale Bauwerk der Insel, und bete und stecke eine Kerze an.

Zurück auf Mull durchqueren wir die ganze Insel nach Osten und setzen mit einer weiteren Fähre über den Sund of Mull.

Immer noch auf STR unterwegs

erreichen wir wieder Loch Linnhe,

den wir eigentlich nur noch mit einer Fähre überqueren müssten, und wir wären an unserer heutigen Unterkunft. Leider hat diese einen Defekt und fährt bis auf weiteres nicht mehr. Das bringt uns zusätzliche 100 km und fast 2 Stunden mehr Fahrzeit ein. Wir müssen nämlich um Loch Linnhe und Loch Eil über Fort William fahren. Schöne Straßen, zweifellos, aber dadurch wird der Tag schon sehr lang.

Zum Schluss waren es dann insgesamt 289 km.

Gesamtstrecke: 295.12 km
Gesamtzeit: 10:54:45
Download file: 230830_Toberory_Corran.gpx

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