4.30 Uhr – ich kann einfach nicht mehr schlafen. Ein Blick aus dem Fenster und auf das Wetterradar schreiben mir Sorgenfalten auf die Stirn: schwerer Regen! Na, mal abwarten. Dann ruft Stefan an und meint: Wir lassen den Regen noch nach Osten abziehen und fahren um 7 Uhr linksrheinisch.

Gesagt, getan: um 7.15 Uhr rollt unser 2er Tross. Der Regen hat wirklich aufgehört, nur die Straßen sind noch nass, sodass die Gischt von vorausfahrenden Fahrzeugen trotzdem alles feucht werden läßt. Wir kommen gut voran, nur bei Bingen und bei Sinzig verlieren wir durch Staus jeweils eine viertel Stunde. Deshalb, und wegen der Startverzögerung sparen wir uns den eigentlich geplanten Abstecher nach Selfkant, dem westlichen Punkt von Deutschland (nicht weit hinter Aachen). Ich war eh schon da und Stefan kann ihn ja vielleicht noch auf der Rückfahrt erleben.
Dann geht’s hinein nach Belgien. Im Vergleich zu Deutschland sind die Autobahnen viel adretter: gepflegter Grün- und Mittelstreifen, fast durchgehend beleuchtet, ebene Fahrbahn u.s.w. Aber was nützt das, wenn es immer nur geradeaus geht und das mit maximal 120 km/h. Und so zieht sich der Weg nach Frankreich. An der Grenze eine gute und eine schlechte Nachricht: die Maximalgeschwindigkeit erhöht sich auf 130 km/h, dafür wird die Straße schlagartig schlechter. Wir sind keine Raser, aber die Fahrkarten durch den Eurotunnel kosten abhängig von der Tageszeit, und nachmittags wird es teurer.
Um 15.15 Uhr kommen wir schließlich an. Karten bekommen wir für den Zug um 16.15 Uhr. Bleibt also noch etwas Zeit für einen Kaffee und Sightseeing.

Pünktlich, wie bestellt, finden wir uns um 15.30 Uhr zum Einchecken am Ende einer der vielen Schlangen ein. An allen geht es einigermaßen zügig voran, nur an unserer nicht. Drei Fahrzeuge vor uns hält ein Mercedes-fahrender Rumäne und ein französischer Grenzer unser Weiterkommen für gut und gerne eine viertel Stunde auf. Gott sei Dank hat er danach die Schlange gewechselt, sonst hätte sich das Ganze bei den britischen Grenzern wiederholt. Um 16.15 Uhr waren wir schließlich in der Schlange zum Boarding. Um 16.30 Uhr rollte ich als letzter auf der Zug und 3 Minuten später verschwindet der Zug mit uns unter dem Ärmelkanal. Während der 35minütigen Fahrzeit lernten wir einen netten jungen Berliner kennen, der sich die nächsten Tage in den Highlands mit seiner Freundin treffen will.

Das Abladen ging dann ziemlich zügig, und ehe wir es uns versahen, waren wir auf der Autobahn M20 nach London. Leider hat uns dann mal wieder das Navi einen Streich gespielt. Statt uns um die Stadt herum zu führen, schickte es uns mitten hinein, und zwar Richtung Woolwitch Ferry über die Themse. Leider fuhr die aber z.Zt. nicht. So kämpften wir uns zum Blackwall Tunnel und dann nach Norden aus der Stadt heraus. Nach dem dies geschafft war, lief es zwar wieder ziemlich flüssig, aber wir hatten natürlich durch die Londoner „Stadtrundfahrt“ viel Zeit verloren. Bei einem Tankstop fanden wir auch einen Geldautomat (was dem Navi erstaunlicherweise nicht gelungen war) und versorgten uns mit britischen Pfunden (irgendwie lustig). Nur die Suche nach einer Unterkunft gestaltete sich schwierig. Wahrscheinlich hatten wir zu spät mit AirBNB angefangen, und als wir um 20.00 Uhr Ortszeit noch nichts hatten, fand Stefan ein bezahlbaren Zimmer in Cambridge, und da wollten wir ja schließlich hin – also alles gut? Leider nein. Zimmer gut, Dusche gut, Bier bzw. Cider gut, aber Internet: ein ziemlicher Reinfall. Obwohl wir 3£ Aufpreis bezahlt hatten funktionierte das nicht richtig, und wenn, dann auf maximal 2 Devices gleichzeitig.
Deshalb, Ihr Lieben, gibt es zunächst einmal nur Text und hoffentlich Bilder, denn Track liefere ich nach, wenn ich wieder vernünftiges Internet habe.
Nicht vergessen möchte ich Stefans Frau, die uns, wie schon so oft, mit leckerem Proviant versorgt hat. Danke dafür!!!
Heute waren es 818 km, morgen nochmal knapp 300 und dann fängt Schottland an!
So, hier noch der Track:
Gesamtzeit: 00:11:12
