Norddeutschland 2019 – Heimfahrt

Ich wache auf und mir wird klar, dass ich schon wieder Abschied nehmen muss. Gerne wäre ich noch den einen oder anderen Tag hier geblieben. Es gibt so viel interessantes und beeindruckendes zu sehen. Vorgestern Abend habe ich z. B. beobachtet, wie vor dem Rathaus eine Nachtwächter-Führung losging. Nun ja, vielleicht beim nächsten mal.

Nachdem gestern das Blog-Schreiben etwas länger gedauert hat, muss ich die Route für heute jetzt noch planen. In der Frage, wo es lang geht bin ich ziemlich leidenschaftslos, Hauptsache keine Autobahn, höchstens zum Ende hin, wenn die Zeit knapp oder das Wetter schlecht wird.

Was das Wetter betrifft, haben wir heute den wärmsten Morgen: 11°C, heiter bis wolkig. Dann alles packen (nichts vergessen!), noch schnell einen Eintrag ins Gästebuch, abschließen und Schlüssel in den Briefkasten und schon kann es losgehen. An der ersten Ampel werde ich aufgehalten: sie wird nicht grün. Zusammen mit einer fahrradfahrenden Mutter und ihrem fahrradfahrenden Kind (mit Stützräder) warte ich zwei komplette Ampel-Zyklen, aber sie bleibt rot. Wir beschließen gemeinsam, trotzdem loszufahren. Die nächsten 10 Ampeln kosten mich eine halbe Stunde – es ist Rushhour in Lüneburg. Doch dann wird es besser. Ich verlasse Lüneburg, wie könnte es auch anders sein, nach Süden und komme durch den Naturpark Südheide nach Celle. Dann zwischen Peine und Hildesheim durch bis Bad Gandersheim. Es folgt der Naturpark Solling-Vogler, Beverungen, Wolfhagen, am Edersee vorbei und Frankenberg (Eder). Dort stelle ich das Navi von “kurvenreich“ auf “kürzeste Zeit“. Das wirkt sich aber erst kurz vor Marburg aus. Erst da werden die Kurven und der Spaß wirklich weniger. Dann fängt es auch noch an zu regnen, also nichts wie Heim. Aber, was macht bei Regen am meisten Spaß? Stau. Ab Bad Homburger Kreuz fließt es sehr zäh und auf der A66 ist Stopp and Go. So fahre ich in Höchst ab und bin um 15.45 zuhause.

Trotz sehr kaltem Wetter mit weniger Regnen als erwartet, war die Reise alles in allem lohnend und schön. Besonders gefallen haben mir Lüneburg und Sylt. Es würde mich wundern, wenn ich da nicht noch mal hin käme. Fehmarn ist auch schön, kommt aber mit Sylt nicht mit. Die Motorradtauglichkeit von Norddeutschland hat mich positiv überrascht. Man muss zwar etwas suchen, aber Kurvenstrecken gibt’s auch da.

Gesamtstrecke: 178.23 km
Gesamtzeit: 08:02:13
Download file: 190509.gpx

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