Große Harz-Runde am 22. Mai 2017

Ja, was willst Du mehr? Am Montag morgen fällt es mir ein: frühes Frühstück! So gut das Hotel auch ist, Frühstück erst um 8.00 Uhr nimmt dir einfach ein Stück vom Tag, zumal man von den Halbpensionsgästen (mach ich auch nie wieder) erwartet, dass sie das Abendessen um 18.30 Uhr einnehmen. Warum? Alle anderen im Hotel bekommen bis 20.30 Uhr gekocht. Nun ja, so bleibt eben Zeit zum Ausschlafen, Planen und den Pool.

Die Tagestour habe ich, wie immer, am Vorabend geplant. Gar nicht so einfach, wenn es so viele schöne Strecken gibt und es am Dienstag schon wieder nachhause geht. Eine gute Hilfe ist mir wie immer die Motorrad-Karte von Publicpress: mit schönen Tourenvorschlägen, wetterfest und abwischbar . Ich besitze davon bestimmt 10-12 Stück von den meisten schönen Teilen Deutschlands; die restlichen bekomme ich bestimmt auch noch irgendwann.

Gesamtstrecke: 404.18 km
Gesamtzeit: 09:18:26
Download file: 170522_Harzrunde_GT.gpx

 

So gegen 9.00 Uhr geht’s los. Zunächst mal Richtung Schierke am Fuß des Brocken. Da man auf den Brocken nur zu Fuß oder mit der Brockenbahn kommt, will ich mal die Möglichkeiten ausloten. Zu Fuß ist nach den Erfahrungen gestern vom Kyffhäuser mit dem ganzen Gerödel nicht mein Ding, und für heute sowieso nicht. Aber am Dienstag vor der Heimfahrt könnte ich ja mit der Bahn hochfahren (ich muss ja nicht um halb sieben bei meiner Frau zum Abendessen sein). In dem schönen Touristik-Ort Schierke ist die Gipfel-nächste Bahn-Station. Aber: der Mensch denkt und Gott bzw. die Bahn lenkt: Abfahrt 9.45 Uhr, hin und zurück 41 € – ich fürchte, der Brocken muss warten, bis ich mal zum Wandern im Harz bin.

Also weiter bei noch kühlem aber sonnigem Wetter nach

Wernigerode

und dann zur

Rappbodetalsperre

mit Deutschlands höchster Staumauer (106 m).  Gleich daneben gibt es Adrenalin pur und zwar doppelt: zum einen Deutschlands längste Doppelseilrutsche in 120 m Höhe und zum anderen die derzeit längste (440 m) Hängeseil-Fußgängerbrücke der Welt. Das ganze ist, und davon konnte ich mich im Vorbeifahren überzeugen, so beliebt, dass es dort massive Parkplatzprobleme und lange Wartezeiten gibt. Da fahr ich lieber weiter.

Quedlinburg

ist die nächste Station, eine bekanntermaßen sehenswerte Stadt. In der Welterbestadt der UNESCO findet man über 2000 Fachwerkhäuser, zu viele für mich – ich muss weiter.

Ich fahre jetzt bei herrlichem Wetter auf kurvenreicher Strecke in südwestlicher Richtung. Um 12.30 Uhr bin ich wieder in Stolberg. Der Ort hatte es mir am Vortag schon angetan. Was sich in Quedlinburg für den Bikern in den engen Innenstadt-Gässchen versteckt, bekommt man hier in voller Ladung: Fachwerk, Fachwerk und nochmal Fachwerk.

nochmal Stolberg

Da kann sich Limburg glatt verstecken. Und alle Häuser sind in gutem, sehr schönen Zustand.

Weiter geht’s über Nordhausen, Bad Lauterberg und Herzberg nach Osterode. Dabei bleibe ich meist auf kleinen Nebenstraßen und komme durch kleine Harzdörfer, die fast alle touristisch geprägt sind. Man sagt, im Harz leben 90 % aller Menschen direkt oder indirekt vom Tourismus. Die meisten Häuser, bei denen kein Fachwerk sichtbar ist, sind außen verkleidet: entweder mit Holzleisten oder -schindel, die farbig angestrichen sind oder mit Dachziegeln. Nicht selten ist wenigstens die Wetterseite mit dem Material verkleidet, das auch oben auf dem Haus liegt. Entlang der Straße, die sich oft in teilweise engen Tälern schlängelt, fließt meist einer der vielen Bäche oder Flüsschen: Bode, Söse, Rappbode, Oker oder Innerste.

Bevor ich nach Seesen, meinem westlichsten Punkt heute komme, mache ich noch einen Abstecher nach Hahnenklee. Dort steht eine sogenannte Stabkirche, wie sie auch in Norwegen zu finden sind.

Stabkirche in Hahnenklee
Innenansicht

Stabkirchen sind ganz aus Holz gebaut. Ihren Namen haben sie von den senkrechten Stäben, aus denen die Wände bestehen. Sie haben oft mehrfach gestaffelte Dächer, die fast immer mit Drachenköpfen verziert sind, was auf die Wikinger zurückgeht. Die Kirche in Hahnenklee ist ein Nachbau. Das Original steht allerdings nicht in Norwegen, sondern in Polen, wie mir eine nette Dame mitgeteilt hat,  die innen Souvenirs und Info-Material verkauft (evangelisch eben (Entschuldigung)).

Uiiii, schon 4.00 Uhr, da muss ich mich beeilen, dass ich rechtzeitig zum Abendessen im Hotel bin. Über

Goslar

und Bad Harzburg gelange ich zurück in den Nationalpark Hochharz und auf schönen Straßen zurück nach Hohegeiß.

18.00 Uhr – da reicht es auch noch für eine Dusche vor dem Essen. Das war ein richtig schöner und interessanter Tag mit 400 tollen Kilometer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert