Es ist 6.30 Uhr und durch’s Fenster begrüßt mich der Tag mit einem strahlend blauen Himmel. Nachdem ich gestern Abend schon früh ins Bett bin, fühle ich mich jetzt total ausgeruht. Das ist auch gut so, denn auf dem Rückweg von Lillehammer ist mir die Glühlampe des Frontscheinwerfers ausgefallen. Ich habe zwar noch die beiden Zusatzleuchten (gut, dass ich die im Frühjahr montiert habe), aber für die lange Reststrecke wäre mir die volle Beleuchtung lieber. Lillehammer ist zu klein, aber in Oslo gibt’s eine BMW-Werkstatt, da will ich so früh wie möglich ankommen.
Ich folge zunächst noch der E6 bis zum Abzweig der Straße 4.

Ich fahre weiter gerade aus und bin um 9 Uhr an der Werkstatt. Die macht aber erst um 10 Uhr auf und führt samstags keine Reparaturen durch. Mal sehen, vielleicht machen sie bei so einer Kleinigkeit eine Ausnahme oder verkaufen mir wenigstens das Lämpchen.

Von außen sieht der Laden ja nicht gerade vertrauenerweckend aus. Und bei genauerem Hinsehen entdecke ich davor nur zwei Hondas und eine Harley. Aber ich werde positiv überrascht als sie öffnen. Hinter der unscheinbaren Fassade verbirgt sich ein riesiges Motorrad-Geschäft mit angeschlossener Werkstatt und Handel für Zubehör und Fahrerausstattung. Bevor hier irgend jemand bedient wird, bringen die Angestellten zunächst mal ca. 15 Bikes auf die Rampe vorm Geschäft; drinnen stehen noch 40 weitere, allerdings nicht nur BMWs. Ich schildere einem jungen Mann mein Problem und er verweist mich an einen Kollegen. Der findet die passende H7-Lampe nach einer Weile und ich bin beruhigt. Ich habe keine Lust im Ausland wegen defekter Beleuchtung von der Polizei angehalten zu werden. Beim Hinausgehen treffe ich den jungen Mann von vorhin wieder und frage ihn, ob mir jemand beim Montieren helfen kann. Eigentlich müsste ich das selbst können, aber ich habe das noch nie gemacht und im Internet habe ich gelesen, gerade bei meinem Model ist das ein bisschen knifflig. Er kommt sofort mit und zeigt mir in 3 Minuten wie das geht. Dabei kommen wir ins Gespräch und unterhalten uns eine Weile über unsere diversen Touren. Für seine geplante Italien-Tour gebe ich ihm den Tipp, keinesfalls die Amalfi-Küste auszulassen. Dann kommt sein Chef vorbei und schaut ein wenig grimmig. Deshalb bedanke und verabschiede ich mich – ich will ja nicht, dass er wegen mir Ärger bekommt. Er hat mir wirklich geholfen und war sehr freundlich. Ich kann den Laden nur weiterempfehlen.
Von hier aus fahre ich noch 7 km bis zu meiner Unterkunft, die ich noch gestern Abend gebucht hatte.

Eigil, mein Host hier in Oslo, ist froh dass ich so früh da bin, dann müsse er nicht den ganzen Tag auf mich warten und kann nochmal weg. Ins Zentrum seien es 30 Minuten Fußweg, sagt er. Nach einer Dusche (es war in der Stunde vor dem Motorrad-Laden doch ziemlich warm) mache ich mich auf den Weg.
In der Stadt treffe ich plötzlich auf eine große Menschenansammlung und die Polizei auf Motorrädern sperrt Straßen für den fließenden Verkehr.

Dann sehe ich sie:

Ich versuche sie zu umgehen, aber die wartenden Leute am Straßenrand machen ein Durchkommen schwierig.

Vorbei am Radisson gelange ich zur Oslo Cathedral – und darf ohne Eintritt bezahlen zu müssen rein, obwohl es eine evangelische Kirche ist (ich weiß, ich bin böse). Sie ist sehr prachtvoll ausgestattet, was in Deutschland bei evangelischen Kirchen eher selten ist. Meine besondere Aufmerksamkeit hat die

Leider kommt von draußen der Lärms der Parade herein. Ich gehe die Straße weiter und komme zum

und von da aus zum

Ich nehme an, Königs sind zuhause, denn die Flagge ist oben. (Ob die sonst einen Wimpel hochziehen?)
Von da aus geht’s links runter zum Hafen für die Oslo-Fjord-Schiffe. Von da aus hat man einen

Ein Stück weiter kommt die

Ich gehe um die Landzunge, auf der die Festung steht herum und bin an der Landungsbrücke für die großen Schiffe.

Noch ein Stück weiter sehe ich das berühmte Opernhaus von Oslo.

Es ist nur ein Beispiel für die vielfältige Architektur dieser Stadt. Vielleicht liegt das daran, dass Oslo die am schnellsten wachsende Hauptstadt Europas ist. Seit der Jahrtausendwende hat sie sich um 30% vergrößert.

Nun ist es halb fünf und ich habe wieder 30 Minuten Gehzeit bis zur Unterkunft. Der Weg wird mir nicht langweilig, denn es gibt viele Grünanlagen in Oslo, besonders an Gewässern entlang. Das Fotografieren konnte ich mir bei

nicht verkneifen. Nach gut 4 Stunden und über 20000 Schritten (sagt mein Smartphone) ruhe ich ein bisschen aus und schreibe.
Da ich nicht mehr viel norwegische Straße vor mir habe, denke ich: das war’s wohl mit den norwegischen Elche. Ich hoffe, die schwedischen sind nicht so genant und lassen sich sehen.
Gesamtzeit: 04:27:06

Hallo Markus,
wir haben Deine Tour mit großem Interesse verfolgt und wünschen Dir eine gute Heimfahrt. Freuen uns schon auf unser
nächstes Treffen . Ganz liebe Grüße
Claudi&Uwe
Wir waren heute aan der Bergkapelle. Mit dem Bischof war es sehr schön.
Weiterhin gute Fahrt.
eine H7 Lampe gehoert zur Grundausstattung bei der GS.Hab auf jeder langen Tour eine gebraucht.