Und wieder schönes Wetter! Der Radar hat zwar für den Nachmittag teilweise Bewölkung vorher gesagt, aber das Gros der Wolken dreht sich rechts herum um mein Reisegebiet. Das Hoch liegt also genau über mir.

Gerade will ich den Motor starten, kommt Tone noch mal auf ihren Balkon, lächelt mich an und wünscht mir eine gute Fahrt.
Um aus Trondheim raus zu kommen, muss ich gefühlte hundert mal links oder rechts abbiegen und jede zweite dieser Abbiegungen ist ein Kreisel. Die Norweger sind übrigens im Kreiselfahren viel besser als wir Deutsche. Sie fahren antizipativ, indem sie ihre Geschwindigkeit so anpassen, dass sie leicht hinein kommen und auch wieder hinaus.
Bis ich richtig aus der Stadt raus bin und wieder schöne Landschaft anfängt, sind die ersten 30 km gefahren. Dabei steigt die E6 fast unmerklich an, und ehe ich mich’s versehe, bin ich auf 550m Höhe. Da sehe ich einen Souvenir-Shop vor dem ein ausgestopftes Rentier steht. Am Fahnenmast hängt nicht die norwegische Flagge, sondern ein Tuch, das wie ein langgezogenes Dreieck aussieht. Es ist rot, hat darin einen weißen Längsstreifen und darin einen blauen. Es sieht fast aus, wie die Flagge, aber eben kein Kreuz.

Diese Fahne sieht man hier häufig an Fahnenmasten vor Häusern stehen. Ich frage den Verkäufer, was das bedeutet. Er erklärt, das sei im Gegensatz zur Flagge ein Wimpel, der Tag und Nacht wehen darf. Eine Norwegische Flagge darf nur von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends gehisst sein. Über Nacht muss sie eingeholt werden. Aber einen Wimpel in klein als Andenken hat er leider auch nicht.
Weiter steigt die Straße langsam an bis auf den Dovrefjell (1036 m). Dort biege ich zunächst auf die 29 und dann auf die 27 ab. Das sind jetzt wieder richtige Gebirgsstraßen.


Ich bewege mich nun für etwa 50 km auf 700-800 Meter Höhe. Bis Lillehammer reicht der Sprit nicht. Deshalb tanke an dieser Tankstelle:

Putzig nicht, da ist sonst weit und breit kein weiteres Haus. Die Temperaturen bewegen sich seit heute morgen zwischen 12 und 15 °C. Das ändert sich, als nach einem Anstieg auf 1060 m die Straße dann steil runter ins Gudbrandsdalen geht. Hier treffe ich bei über 25°C wieder auf die E6, der ich bis kurz vor Lillehammer folge. Bei Follebu, etwa 14 km nördlich der Olympiastadt, wohne ich heute Nacht bei Anne Helene auf einem Bauernhof.

Es ist erst halb zwei, also schnell die Sachen reingebracht, die Motorrad-Jeans und die leichte Airflow-Jacke an und ab nach Lillehammer. Zunächst geht’s zur Olympiaschanze.



Dann fahre ich ein bisschen kreuz und quer durch die Innenstadt und parke. Beim Bummeln durch die Fußgängerzone

finde ich ein nett es Lokal mit schönem Ambiente vor der Terrasse.

Mit dem Wirt rede ich eine Zeit lang übers Motorradfahren und dann empfiehlt er mir das Rentier-Stew. Ich hatte ja eigentlich aufgehört, Essen zu fotografieren, aber das muss ich festhalten:

Und lecker und reichlich war es obendrein.
Übrigens: bei dem lehrreichen Souvenir-Laden habe ich eine Elch-Wurst gekauft. Wenn ich euch Elche nicht zu sehen bekomme, dann esse ich euch eben ungesehen.
Gesamtzeit: 09:13:31

Elchwurst schmeckt bestimmt gut. Wir kaufen in Italien immer Eselswurst. Lecker!!! Du hast ja wieder viel gesehen und tolle Eindrücke gesammelt- Buen Cammino