Saragossa ist wirklich eine Reise wert. Aber die Unterkunft, sie war zwar ordentlich und modern eingerichtet, aber doch ihren Preis nicht wert. Die Gegend, wo das Haus steht, der Zustand des Treppenhauses, die Bicke der Nachbarn und die Nachbarhäuser, das macht alles keinen besonders vertrauenerweckenden Eindruck. Das glaube ich auch in den Mienen der spanischen Verwandtschaft gelesen zu haben, als sie uns gestern Abend noch heim gebracht haben.
Die Nacht tat dann ein übriges, um in Erinnerung zu bleiben. Das Haus ist nämlich sehr hellhörig und die Decken auch. Über uns leben mindestens zwei Kleinkinder, die bis in den späten Abend schreiend durch die Wohnung rannten. Von dem Krach im Treppenhaus und auf der Straße nicht zu reden.
Für heute Nachmittag ist Regen angesagt, zumindest für Andorra und das ist unser heutiges Ziel. Kurvenreich bedeutet das 370 km und 7-8 Stunden Fahrt. Da würden wir ganz schön geduscht. Wir entschließen uns also die Fahrt bis zum Fuß der Pyrenäen als schnellste Route zu fahren.
In Balaguer, etwa 20 km hinter Lleida kommen wir um viertel nach 10 an, haben fast 200 km schon hinter uns und frühstücken.

Noch ist das Wetter schön und wir erfreuen uns an den Steigungen, Kurven und Aussichten.

Bald schon kommt der erste Bergsee in Sicht, der Pantá de Rialb.


Nördlich davon werden die Pyrenäen felsiger.

Um viertel nach eins erreichen wir schließlich Andorra.
Andorra ist ein unabhängiger Binnenstaat, der als Steueroase gilt. Leider haben wir das zu spät bemerkt und in Spanien noch einmal getankt. In Andorra hätten wir pro Liter 10 – 15 Cent gespart. Kofürst von Andorra ist übrigens Emanuel Macron, der Staatspräsident von Frankreich. Hauptstadt ist Andorra la Vella.

Das Gebäude, das so aussieht wie eine Kirche, ist ein Thermalbad.
Auf der Fahrt Richtung Andorra la Vella hat uns schon mal ein kleiner Schauer erwischt, aber jetzt sieht es dunkel aus und auch wegen der Vorhersage ziehen wir die Regensachen an.
Aus der Hauptstadt hinaus fahren wir zur östlichen Grenze. Dort befindet sich der Pas de la Casa mit 2408 m Höhe. Etwa 200 m tiefer, gerade noch in Andorra liegt ein gleichnamiger Skiort.

Wie man sieht, ist das Wetter nicht berauschend, aber es hat aufgehört zu regnen.

5 km den Berg herunter und wir sind an unserer Unterkunft.

Um kurz vor 3 sind wir schon da, was sich als schwierig erweist, denn der Host hatte mich gebeten die Ankunftzeit anzukündigen. Hab ich auch per WhatsApp gemacht, aber für Andorra hab ich kein Datenkontingent und die Nachricht kam nicht an. Nach einem Anruf schickt er eine Mitarbeiterin, die uns den Schlüssel bringt und alles zeigt.
So weit so gut. Just als wir die Sachen aus den Motorradkoffern holen, fängt es wieder an zu regnen: Schneeregen bei 5 °C (wir sind immerhin auf 2200 m). Es ist einfach wie verhext mit dem Regen in den Pyrenäen.
Und die nächste Katastrophe folgt: beim Betreten des Apartments im 6. OG stellen wir fest, dass sie seit Tagen nicht beheizt wurde. Es herrschen maximal 12 °C. Als Heizung gibt es zwei Infrarot-Strahler an der Decke und im Badezimmer einen Handtuch-Wärmer. Der Steinboden saugt die Wärme aus den Füßen, wenn man ohne Schuhe darauf geht. Das Bad ist nicht ganz sauber und der Mülleimer ist auch nicht geleert. Diverse Defekte runden das Bild ab. Auf Nachfrage bekommen wir den Rat, die Heizung ganz aufzudrehen. Das wird mit einer schlechten Beurteilung nicht ausreichen; das gibt eine Beschwerde bei AirB&B.
Da z.Zt. keine Saison ist, ist im Ort ziemlich tote Hose und wir haben Glück, unweit eine Gaststätte zu finden, die auf hat. Dort werden wir allerdings sehr freundlich bedient und es schmeckt. Bei unserer Rückkehr ins Apartment ist dieses kaum wärmer. Also, ab ins Bett und warm zudecken.
Gesamtzeit: 06:46:40
